Wegen des Todes einer deutschen Urlauberin muss sich seit Mittwoch ein Hotelier in Österreich vor Gericht verantworten. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft infizierte sich die 49-Jährige im vergangenen Jahr in einem Whirlpool des Hotels mit einem giftigen Keim. Der Hotelier trage dafür die Verantwortung, weil die Wanne verunreinigt war, argumentierte die Staatsanwaltschaft vor Gericht in Saalfelden in der Nähe von Salzburg. Die Touristin aus Regensburg in Bayern klagte nach ihrem Bad in dem Whirlpool über heftige Bauchschmerzen. Sie brach den Urlaub ab und kam zu Hause ins Krankenhaus, wo sie zehn Tage nach dem Whirlpool-Bad starb.
Die Touristin wohnte in dem Hotel in einer luxuriösen Blockhütte mit Whirlpool. In ihm siedelten sich laut einer Hygiene-Untersuchung wegen mangelhafter Reinigung Bakterien an. Laut Diagnose der Ärzte wurde die Frau von dem Bakterium "Pseudomonas Aeruginosa" befallen. Sie erlitt der Anklage zufolge eine Blutvergiftung, die zu einem Multiorganversagen führte.
Der beschuldigte Hotelier wies die Vorwürfe zurück. "Es tut mir wahnsinnig leid, was passiert ist. Ich kann aber nichts dafür", sagte er vor Gericht. Er habe die Whirlpoolwanne von zwei Zimmermädchen einmal wöchentlich gründlich reinigen lassen, mit einem Spezialmittel und mit Chlor zur Desinfektion. Die Verteidiger des Hoteliers zweifelten die Todesursache durch Bakterienbefall an und verwiesen auf schwere Vorerkrankungen der Deutschen. Sie beantragten ein internistisches Gutachten, um die genaue Todesursache der Frau zu klären. Diesem Antrag gab das Gericht statt, der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertragt.


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