Entdecken Sie Yahoo! mit Ihren Freunden

Entdecken Sie Nachrichten, Videos und andere Inhalte, die Ihre Freunde gelesen oder gesehen haben. Welche Ihrer Aktivitäten andere sehen, bestimmen Sie alleine.

Zuerst

WAS IHRE FREUNDE LESEN

    HSH-Umbau ist beschlossene Sache

    Brüssel (dapd). Nach monatelangen Verhandlungen mit Brüssel kann die HSH-Nordbank nun mit mehr Klarheit in die Zukunft blicken. Am Dienstag segnete die Europäische Kommission den zwischen den EU-Wettbewerbshütern, Bund sowie den Haupteigentümern Hamburg und Schleswig-Holstein ausgehandelten Sanierungsplan ab.

    Dieser sieht eine drastische Schrumpfung der Bank auf etwas mehr als ein Drittel der ursprünglichen Bilanzsumme vor. Die Länder dürfen ihre Anteile aber behalten. Die Bank war ins Visier der EU-Wettbewerbswächter geraten, weil Bund und Länder das Geldinstitut in der Krise 2009 nur mit Milliardenhilfen am Leben halten konnten.

    "Der Umstrukturierungsplan wird das Geschäftsmodell der HSH Nordbank grundlegend verändern und die Voraussetzungen für die Wiederherstellung ihrer langfristigen Rentabilität schaffen", zeigte sich EU-Wettberwerbskommissar Joaquín Almunia in Brüssel zufrieden. "Die von der HSH zugesagte Bilanzsummenreduktion ist erforderlich, um die Bank wieder auf ihr Kerngeschäft auszurichten und den nicht tragfähigen Expansionskurs, den sie eingeschlagen hatte, zu revidieren."

    Im Zuge der Umstrukturierung muss die Bank sich unter anderem von ihrem Flugzeugfinanzierungsgeschäft trennen. Die Schiffsfinanzierung, ein Kerngeschäft der HSH, muss erheblich zurückgefahren werden. Auch Firmenkunden- und Immobiliengeschäft müssen schrumpfen.

    Für den Abbau sollen nicht-strategische Vermögensbereiche in eine sogenannte Restructuring Unit verlagert werden. Die Bilanzsumme der Kernbank soll bis Ende 2014 auf 82 Milliarden zurückgefahren werden. Außerdem darf die Bank bis Ende 2014 keine Dividende zahlen.

    Um auch die Minderheitsaktionäre, den Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein sowie einen von dem US-Finanzinvestor J.C. Flowers beratenen Trust, an den Kosten der Restrukturierung zu beteiligen, muss die Bank eine Einmalzahlung von einer halben Milliarde Euro an den von beiden Ländern gehaltenen HSH-Finanzfonds leisten. Diese halbe Milliarde Euro soll aber sofort als Kapitalerhöhung zurück an die Bank fließen. Dadurch steigt der Anteil der Länder, die Anteile der Mitbesitzer werden verwässert. Auch bei der Finanzierung von Neugeschäften muss die Bank künftig mehr Vorsicht walten lassen.

    Da sich Kommission und die Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein bereits Mitte Juni prinzipiell auf die Bedingungen für einen Fortbestand der Bank geeinigt hatten, hat die HSH die Weichen für den Umbau bereits gestellt. Mehrere millionenschwere Fonds hat die Bank bereits veräußert. Auch der Ausstieg aus der Flugzeug- und internationalen Immobilienfinanzierung, die Reduktion des Verwaltungsaufwands um rund 30 Prozent auf 620 Millionen Euro sowie der Abbau von rund 1.200 Vollzeitstellen bis Ende 2014 sind bereits beschlossene Sache. Ebenso gab die Bank die Schließung von Filialen in Paris, Amsterdam und Shanghai bekannt.

    Für 2011 rechnet die HSH angesichts der geplanten Maßnahmen und der Kosten für die Entlassungen mit roten Zahlen. Im ersten Halbjahr hatte die Bank noch einen Konzernüberschuss nach Steuern von 338 Millionen Euro ausgewiesen. Die Rückzahlung der letzten Beihilfen ist für 2015 geplant.

    Die HSH Nordbank begrüßte die Entscheidung. "Nach gut zwei Jahren Verhandlung erhalten wir endlich die Rechts- und Planungssicherheit, die wir benötigen, um unsere Strategie zügig umzusetzen", erklärte HSH-Nordbank-Chef Paul Lerbinger.

    Auch die Länderchefs von Schleswig-Holstein und Hamburg, Peter Harry Carstensen und Olaf Scholz, äußerten sich zuversichtlich. "Zwar wird die Entscheidung bei der HSH Nordbank zu tief greifenden Veränderungen führen, eröffnet der HSH Nordbank aber gleichzeitig auch die Chance, sich zukunfts- und tragfähig aufzustellen", erklärte Carstensen.

    © 2011 AP. All rights reserved

    Quizaction

     

    Bisher keine Kommentare vorhanden