Der indische Premierminister Manmohan Singh macht nie Urlaub. In einem Porträt des 79-Jährigen, das diese Woche im indischen Magazin "The Caravan" veröffentlicht wurde, wird Singh als eingefleischter Workaholic beschrieben, der nichts mit Freizeit anzufangen weiß und der seit seinem Amtsantritt vor sieben Jahren nie Ferien machte. Singhs früherer Medienberater Sanjaya Baru sagte demnach, er habe während einer offiziellen Reise in die Touristenregion Goa dem Premier vorgeschlagen, einen Tag dranzuhängen, um am Strand zu entspannen - und habe eine Absage bekommen.
"Ich sagte, 'Sir, es ist Wochenende. Wir könnten doch Samstagabend bleiben, Sonntagmorgen am Strand verbringen und Sonntagabend zurückkommen. Sie verpassen keinen Arbeitstag'." Singh habe darauf gefragt: "Aber was soll ich da machen?" "Nur Manmohan Singh kann fragen, was er in Goa machen soll", sagte Baru. Singhs Tochter Daman Singh kann sich nur an einen Familienurlaub mit dem Vater erinnern: Ein Drei-Tages-Kurztrip nach Nainital in den Bergen, rund 230 Kilometer von der Hauptstadt Neu Delhi entfernt. "Als Kinder dachten wir, alle Väter sind so", sagte die Autorin, die derzeit an einem Buch über ihren Vater arbeitet.
Der Wirtschaftsprofessor, der seit 2004 indischer Premierminister ist, führt insgesamt einen bescheidenen Lebensstil und hält nichts von schicken Restaurants, Luxusautos und teurer Kleidung. Sein Image als ehrlicher Verwalter Indiens erlitt allerdings Rückschläge, als mehrere Korruptionsskandale seine Regierung erschütterten. Sein früherer Telekommunikationsminister A. Raja muss wegen Betrugs und Korruption vor Gericht.


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