Die Inflationsrate in Deutschland hat im Mai erstmals seit 17 Monaten wieder weniger als 2,0 Prozent betragen. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Zuletzt hatte die Teuerungsrate demnach im Dezember 2010 unter der Schwelle von 2,0 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat April sanken die Preise laut Statistik sogar um 0,2 Prozent.
Verantwortlich für den langsameren Anstieg der Preise waren den Statistikern zufolge die zuletzt weniger starke Teuerung bei Energie: Diese war zwar immer noch 4,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, doch zuvor waren die Preise sehr viel schneller in die Höhe geklettert. Im Vergleich zum April stellten die Statistiker sogar erstmals in diesem Jahr einen Rückgang der Kraftstoffpreise fest. Heizöl wurde demnach schon den dritten Monat in Folge günstiger.
Nach dem für den europäischen Vergleich berechneten Harmonisierten Verbraucherpreisindex lag die Inflationsrate im Mai 2012 bei 2,2 Prozent. Diese Zahlen werden auf Grundlage eines anderen Warenkorbs berechnet. Die Europäische Zentralbank strebt an, die Inflation in der Eurozone unter 2,0 Prozent zu halten.

