Die deutsche Hotellerie blickt auf ein sehr gutes Jahr 2011 zurück. Die Zahl der Übernachtungen steigt wieder deutlich und immer mehr ausländische Gäste besuchen Deutschland. Bei der Suche nach einer Unterkunft ist das Internet nicht mehr wegzudenken. 28 Millionen Bundesbürger haben über das Internet schon einmal eine Übernachtung in einem Hotel gebucht, 19 Millionen eine Ferienwohnung oder –haus. „Das Internet ist zum bedeutendsten Marktplatz für Reiseunterkünfte geworden“, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des ITK-Branchenverbands Bitkom.;
Während große Hotelportale wie Hotel.de oder hrs.de immer mehr vom Trend zum Onlinevertrieb von Hotelkapazitäten profitieren, haben sich im Schatten der bekannten Vermittler ganz andere Portale etabliert, die sich von klassischen Hotels abheben und erst durch das Internet eine neue Übernachtungskultur schaffen. Privatpersonen stellen ihre Wohnungen für Gäste zur Verfügung. Es ist nicht nur der im Vergleich zu sündhaft teuren Übernachtungen in New York, Tokio oder Moskau günstige Preis, der Privatübernachtungen beliebt macht. Viele Übernachtungsgäste, die Portale für Privatquartiere nutzen, schätzen auch die kulturellen Erfahrungen, die Authentizität des Ortes, die ein funktionales Hotel im Gegensatz zu einer Privatwohnung nicht bieten kann. Wohnen wie Millionen in Paris – wenigstens vorübergehend.
Darauf haben sich Portale wie Airbnb, 9flats oder Wimdu spezialisiert, die weltweite Privatanbieter in ihre Buchungssysteme einbinden, für gewisse Standards sorgen und als Zahlungsdienstleister fungieren. Rund vier Millionen Bundesbürger haben bereits eine solche Übernachtung in einer Privatwohnung oder einem Privathaus gebucht, gab der Bitkom bekannt. Vor allem Selbständige, die oft in mehrwöchigen Projekteinsätzen bei Kunden in verschiedenen Städten arbeiten, nutzen solche Portale.
Aber auch Onlineplattformen, in denen man seine eigene Wohnung oder das Haus gegen Angebote in anderen Ländern tauscht, sind eine preiswerte Alternative zu Pauschalreisen. Hunderttausende Deutsche nutzen sie bereits. Genau so viel haben auch schon einmal kostenlos in der Fremde übernachtet und ihren Gastgeber über das Internet gefunden. In so genannten Gastfreundschaftsnetzwerken wie Couchsurfing oder Hospitality Club findet sich eine Community, deren Mitglieder Reisenden kostenlos einen Platz auf der Schlafcouch oder im Gästezimmer anbieten. „Couch Surfing hat heute eine ähnliche Bedeutung wie früher das Trampen“, sagt Rohleder. Letzteres wird denn auch meist von jungen Leuten in Anspruch genommen.
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