Kurz vor der Veröffentlichung des Berichts der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum Iran hat Teheran vor einem Militärangriff gewarnt. Israel und die USA versuchten, internationale Unterstützung für einen Militäreinsatz im Iran zu erlangen, sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einem Interview. Russland erklärte, es könne keine militärische Lösung im Streit um das iranische Atomprogramm geben. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte indes vor einem militärischen Angriff auf den Iran.
"Der Iran hat seine Kapazitäten erhöht und entwickelt sich immer weiter", sagte Ahmadinedschad der ägyptischen Zeitung "El Achbar". "Aus diesem Grund ist er in der Welt konkurrenzfähig und Israel und der Westen, besonders die USA, zweifeln diese Kapazitäten und die Rolle des Iran nun an." Einziger Zweck eines möglichen Angriffs sei es, den gestiegenen Einfluss des Iran zu bekämpfen und zu "vernichten", sagte Irans Staatschef. Der Iran werde seinen Gegnern jedoch nicht erlauben, gegen das Land vorzugehen.
Der für Dienstag erwartete IAEA-Bericht soll westlichen Diplomaten und Atomexperten zufolge Hinweise auf eine militärische Komponente des iranischen Atomprogramms enthalten. Die iranische Regierung bestreitet, am Bau von Nuklearwaffen zu arbeiten. Bereits am Wochenende hatte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi den Bericht als "Propaganda" und als "politisch" motiviert zurückgewiesen.
Israels Präsident Schimon Peres hatte am Wochenende erklärt, ein Angriff Israels und anderer Länder werde "immer wahrscheinlicher". Er sei eher zu erwarten als eine diplomatische Lösung mit dem Iran. Salehi sagte kürzlich bei einem Aufenthalt in Libyen, der Iran sei "auf das Schlimmste vorbereitet".
Militärische Optionen in den Raum zu stellen seien "Debatten, die die iranische Führung eher stärken als schwächen", sagte Westerwelle dem "Hamburger Abendblatt". Nach der Übergabe des Berichts der IAEA zum iranischen Atomprogramm müsse entschieden werden, "welche politische und diplomatische Antwort wir geben". Zugleich deutete Westerwelle die Möglichkeit weiterer Sanktionen gegen den Iran an.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, ein militärischer Angriff "wäre ein sehr schwerer Fehler mit unvorhersehbaren Folgen". Jeder Konflikt könne nur mit den von der internationalen Gemeinschaft in der Charta der Vereinten Nationen genehmigten Maßnahmen beigelegt werden.
Einem Bericht der "Washington Post" zufolge unternahm die iranische Regierung mit ausländischer Unterstützung bereits die entscheidenden Schritte zum Bau einer Atomwaffe.




