Frankfurt/Main (dapd). Zwei Geburtshelfer des Euro haben sich skeptisch zur neuen Außenseiterrolle Großbritanniens geäußert. Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, nannte die Beschlüsse des EU-Rates vom 9. Dezember eine "Wasserscheide", die historische Bedeutung für die Entwicklung Europas haben könne. Ex-Finanzminister Theo Waigel (CSU) kann sich auch vorstellen, dass die Briten aus der EU aussteigen.
Großbritannien hatte auf dem Gipfel als einziges der 27 EU-Mitgliedsländer beschlossen, bei Plänen für eine Fiskalunion nicht mitzumachen.
In einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe) sprach Issing von der "Gruppe der 26" und warnte gleichzeitig, dass die EU "schwerlich auf ein Mitglied verzichten" könne. Der frühere EZB-Chefökonom, der sich selbst schon mehrfach für freie Finanzmärkte als Korrektiv für die Politik ausgesprochen hat, bezeichnete Großbritannien als eine "Stimme für freie Märkte". Issing ließ außerdem anklingen, dass er Zweifel an den Vorteilen habe, die britische Europa-Gegner in der Isolation sehen.
Waigel sagte den "VDI Nachrichten": "Die Briten dürfen nicht im Wege stehen, wenn Europa strengere Regeln möchte." Auch ein Ausscheiden des Vereinigten Königreiches aus Europa wollte er nicht ausschließen. "Man kann niemand zu seinem Glück zwingen. Wenn die Briten meinen, dass sie außerhalb der EU besser fahren, dann können sie das tun", sagte Waigel.
dapd


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