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    Jüdische und islamische Verbände kritisieren Beschneidungsurteil

    Gemeinsame Erklärung nach Treffen in Brüssel

    Nach dem Kölner Beschneidungsurteil haben Vertreter von jüdischen und muslimischen Organisationen in Europa gemeinsam die Politiker in Deutschland zur Schaffung von Rechtssicherheit aufgefordert. Das Urteil sei ein Angriff auf grundlegende Religions- und Menschenrechte, kritisierten die Teilnehmer eines Treffens in Brüssel in einer Erklärung, die am Mittwoch von der Türkisch-Islamischen Union DITIB in Köln veröffentlicht wurde. Die Unterzeichner riefen den Bundestag und die deutschen Parteien auf, "daran mitzuwirken, dass dieses Urteil so schnell wie möglich korrigiert wird".

    Zu den Teilnehmern des Treffens, das bereits am Montag in Brüssel stattfand, zählten demnach unter anderem führende Vertreter der European Jewish Association (EJA) sowie der Rabbi von München, Israel Diskin. Die DITIB war durch ihren Präsidenten Ali Dere vertreten. Dere erklärte, das Gespräch habe den Teilnehmern "die internationale Betroffenheit und die weitreichenden Wirkungen in den Religionsgemeinschaften, die dieses Urteil ausgelöst hat, deutlich vor Augen geführt". Nach dem "folgenreichen Urteil" bestehe "dringender Handlungsbedarf".

    Das Kölner Landgericht hatte in seiner umstrittenen Entscheidung die Auffassung vertreten, die Beschneidung von Jungen aus rein religiösen Gründen sei als Körperverletzung strafbar. Sie sei auch nicht durch die Einwilligung der Eltern gerechtfertigt, da sie nicht dem Wohl des Kindes entspreche. Dessen Körper werde durch die im Islam und im Judentum verbreitete Beschneidung "dauerhaft und irreparabel verändert". Das rechtskräftige Kölner Urteil ist für andere Gerichte nicht bindend.

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