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    Karsai: Auch Ausländer für Korruption verantwortlich

    Afghanistans Staatschef sieht Vetrauensverlust

    Für die hohe Korruptionsrate in Afghanistan macht Staatschef Hamid Karsai auch im Land tätige Ausländer verantwortlich. "Wir haben sowohl mit Afghanen als auch mit Ausländern Probleme", sagte er bei einer Konferenz zur Bekämpfung der Bestechlichkeit in der Hauptstadt Kabul. Die Zahl der Todesopfer nach den blutigen Anschlägen auf Schiiten vor fünf Tagen bezifferte Karsai auf 80 Menschen.

    Afghanen und Ausländer hätten das "gegenseitige Vertrauen" verloren, weil jede Seite die andere für korrupt halte, sagte Karsai. Wer in Afghanistan "ausländische Freunde" habe, könne tun, was er wolle, was wiederum "Hürden" aufbaue und für "Parallelstrukturen" zur öffentlichen Verwaltung sorge. Um die Korruption in Afghanistan zu bekämpfen, dürften Ausländer keine Verträge mehr mit Vertrauten von Regierungsvertretern schließen, forderte Karsai.

    Kürzlich hatte die Antikorruptionsorganisation Transparency International Afghanistan in einem Bericht erneut als einen der korruptesten Staaten der Welt genannt. Das Land kam auf Rang 180 von 183 Plätzen. Karsai sagte dazu, die Korruption im Land sei auf dessen unsichere Zukunft zurückzuführen. Bei der Afghanistan-Konferenz vor wenigen Tagen in Bonn nannte seine Regierung die Korruptionsbekämpfung als vordringliche Aufgabe.

    Asisullah Lodin, Chef der afghanischen Antikorruptionsbehörde, forderte bei der Konferenz in Kabul mehr Macht für seine Organisation. Sein Haus gleiche einem "zahnlosen Löwen, der jagen, aber die Beute nicht reißen oder essen kann". "Alle Parallelverwaltungen sollten abgeschafft werden, so dass es nur noch eine starke Institution zur zielgerichteten Korruptionsbekämpfung gibt", sagte Lodin, der die Zahl der Antikorruptionsbehörden im Land mit zwölf angab.

    Wie Karsai weiter sagte, stieg die Zahl der Todesopfer der Attentate auf schiitische Muslime vom Dienstag inzwischen auf 80 Menschen. Zuletzt war von knapp 60 Toten und mehr als 130 Verletzten die Rede gewesen. Am schiitischen Feiertag Aschura hatte sich ein Selbstmordattentäter in der afghanischen Hauptstadt Kabul inmitten einer Prozession in die Luft gesprengt. Ein zweiter Anschlag wurde in der Stadt Masar-i-Scharif im Norden mit einem ferngezündeten Sprengsatz verübt. Karsai machte Extremisten aus Pakistan für die Anschläge verantwortlich.

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