Die Rekordpreise für Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen liegen nach Ansicht des Bundeskartellamtes in der Marktmacht der großen Ölkonzerne begründet. "Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen", sagte Behördenchef Andreas Mundt der "Rheinischen Post". "In diesem Oligopol sind die Konzerne in der Lage, Preissteigerungen im Großhandel an die Benzin-Verbraucher weiterzugeben."
Mundt betonte aber, das Kartellamt könne verbotene Preisabsprachen nicht nachweisen. Das Kartellamt hatte im Mai 2011 eine umfangreiche Untersuchung des Tankstellen-Marktes vorgelegt. Darin kam die Behörde zu dem Schluss, dass die einzelnen Tankstellen die Preise bei ihren Konkurrenten einfach abschauten - und sich die Preise daher meist gleichzeitig in die gleiche Richtung bewegten. Illegale Preisabsprachen seien dazu nicht notwendig. Die Kartellwächter stellten zudem fest, dass es zwar mehr Preissenkungen als Preiserhöhungen gebe - die Preiserhöhungen dafür aber immer deutlich stärker ausfielen.
Die Preise an deutschen Tankstellen liegen derzeit auf Rekordniveau. Nach Angaben des Autofahrerclubs ADAC kostet derzeit in Deutschland ein Liter Diesel im Schnitt 1,51 Euro, während der Preis für Super E10 bei 1,62 Euro liegt. Das ist sehr nahe am historischen Preishoch im Frühjahr und Sommer 2008.


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