Wirbel um angebliche Kanzlerinnenschelte von Altkanzler Helmut Kohl: Als "frei erfunden" hat Kohl einen Bericht zurückgewiesen, wonach er Angela Merkels Europapolitik mit großer Sorge verfolge. Das Magazin "Spiegel" hatte am Sonntag einen Weggefährten Kohls mit den Worten zitiert, der Altkanzler halte Merkels Europakurs für "sehr gefährlich".
In Reaktion auf den Bericht sagte Kohl der "Bild": "Ich bin - wie viele - besorgt über die Entwicklung in Europa und des Euro." Der Kanzler hob zwei Ursachen für die Krise hervor: "Erstens hätte der Euro-Stabilitätspakt niemals aufgeweicht werden dürfen", sagte Kohl. "Und zweitens hätte Griechenland ohne durchgreifende strukturelle Reformen seiner - zumal Fachleuten hinreichend bekannten - Lage niemals in die Euro-Zone aufgenommen werden dürfen." Diese beiden "Fehlentscheidungen" seien von seinem Nachfolger Gerhard Schröder (SPD) und dessen Außenminister Joschka Fischer (Grüne) getroffen worden, sagte Kohl. "Beide Fehler müssen heute von Schwarz-Gelb geheilt werden", forderte er. "Das wollen wir bei aller Diskussion über das, was jetzt zu tun ist, nicht vergessen." Der "Spiegel" hatte seinen Bericht auf einen Weggefährten Kohls gestützt, der den Altkanzler in letzter Zeit besucht habe. Dieser Gefährte habe eine Äußerung Kohls zu Merkels Politik mit den Worten zitiert: "Die macht mir mein Europa kaputt."Entdecken Sie Yahoo! mit Ihren Freunden
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