Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) fordert für die Mediziner an kommunalen Kliniken sechs Prozent mehr Gehalt und Verbesserungen bei den Bereitschaftsdiensten. Es sei "recht und billig", dass die Ärzte bei den Grundgehältern "eine substanzielle Verbesserung" erwarten, erklärte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke. Die Bereitschaftsdienste sollen nach dem Willen der Gewerkschaft reduziert und besser bezahlt werden.
Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen zurück. Diese summierten sich insgesamt auf ein Gehaltsplus von 9,5 Prozent, erklärte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Die kommunalen Krankenhäuser müssten dafür rund 350 Millionen Euro ausgeben. Dies sei nicht finanzierbar und passe auch nicht in die Landschaft der diesjährigen Tarifabschlüsse, erklärte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Laut VKA bedeuten die Forderungen bei den Bereitschaftsdiensten eine Steigerung um 16 bis 25 Prozent.
Der Marburger Bund will in der Tarifrunde erreichen, dass die Ärzte nur vier Bereitschaftsdienste pro Monat leisten müssen. Derzeit sind es nach Angaben der Gewerkschaft bei mehr als der Hälfte der Ärzte pro Monat durchschnittlich fünf bis neun Dienste. Der Marburger Bund kündigte zudem die Vorschriften zu den Stundenentgelten für die Bereitschaftsdienste. Die aktuellen Entgelte seien "keine adäquate Kompensation für die zunehmende Arbeitsbelastung der Ärzte auf unterbesetzten Stationen", erklärte Henke. Die Tarifverhandlungen für die 50.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern beginnen am 13. September in Köln.


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