Der konservative Politiker Sauli Niinistö ist mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten Finnlands gewählt worden. Nach Angaben des Justizministeriums kam Niinistö nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen in der Stichwahl am Sonntag auf knapp 63 Prozent, sein Rivale Pekka Haavisto auf gut 37 Prozent. Niinistö wird der Nachfolger der Sozialdemokratin Tarja Halonen, die nach zwei Mandaten in Folge nicht wieder antreten durfte.
Weniger als eine Stunde nach Schließung der Wahllokale gratulierte der Grünen-Politiker Haavisto seinem Gegner vor laufenden Kameras zum Wahlsieg. Rund 4,4 Millionen Finnen waren bei eisiger Kälte aufgerufen, den Nachfolger Halonens zu wählen. Niinistö hatte in allen Umfragen klar vorne gelegen.
Der 63-jährige Kandidat der Regierungspartei Nationale Koalition war von 1996 bis 2003 Finanzminister, in seiner Amtszeit wurde in Finnland der Euro eingeführt. Experten verweisen darauf, dass Niinistö als Finanzfachmann bei den Finnen große Glaubwürdigkeit genießt. Viele Sympathien schlugen ihm zudem entgegen, als er bei der Tsunami-Katastrophe in Thailand 2004 seinen jüngsten Sohn rettete, indem er mit ihm auf einen Baum kletterte.
Die Kompetenzen des finnischen Staatsoberhaupts wurden in den vergangenen Jahren beschnitten, so dass das Amt heute vorwiegend repräsentativen Charakter hat. Insbesondere in der Europa- und Außenpolitik gingen Befugnisse an den Regierungschef über.
Im Zentrum des Wahlkampfs stand die Schuldenkrise in Europa. Niinistö trat entschieden für die Gemeinschaftswährung ein. Da jedoch auch Haavisto ein EU-Befürworter ist, gab es in dieser Frage wenig Konfliktpotenzial. Bei einer Fernsehdebatte zeigten sich die beiden Politiker in zentralen Fragen weitgehend einig.


4 Kommentare