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    Krawalle vor Innenministerium in Kairo dauern an

    Zwölf Tote seit Beginn der Unruhen am Donnerstag

    Meistgelesene Artikel - Politik

    In der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat es den vierten Tag in Folge Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Vor dem Innenministerium warfen dutzende Demonstranten Steine und Molotowcocktails auf die Polizei, die ihrerseits Tränengas einsetzte. Die Demonstranten werfen dem Militärrat und der Polizei vor, nichts gegen die blutigen Fußballkrawalle am Mittwoch in Port Said getan zu haben.

    "Mein Herz brennt, wenn ich an die Ereignisse in Port Said denke. Wir wissen alle, dass die Polizei verantwortlich ist", sagte der Demonstrant Ahmed Farag. Radikale Fußballfans hatten im vergangenen Jahr eine zentrale Rolle bei den Protesten gespielt, die im Februar zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak führten. Die Demonstranten vermuten nun, dass sich die Polizei mit den Fußballkrawallen an ihnen rächen wollte.

    Die Polizei errichtete in Kairo eine Betonmauer auf der Mansur-Straße, die zum Innenministerium führt. Auf anderen Straßen verschanzte sie sich hinter Rollen von Stacheldraht. In Suez starben nach Angaben von Ärzten zwei Menschen an Verletzungen mit Schrotmunition, die sie in der Nacht zu Samstag erlitten hatten. Nach Angaben des Innenministeriums wurden seit Beginn der Unruhen am Donnerstag in Kairo und Suez zwölf Menschen getötet und 2532 weitere verletzt.

    In Port Said waren am Mittwochabend nach einem Fußballspiel zwischen Al-Masry und Al-Ahly blutige Krawalle ausgebrochen. Anhänger des örtlichen Vereins Al-Masry stürmten nach dem Abpfiff das Spielfeld und griffen die Fans des Kairoer Tabellenführers Al-Ahly an. 74 Menschen wurden getötet und hunderte weitere verletzt. Anschließend wurden Vorwürfe laut, die Polizei habe tatenlos zugesehen. Die Muslimbrüder bezeichneten die Unruhen als politisch motiviert.

    Unterdessen wurde zum zwölften Mal innerhalb eines Jahres ein Anschlag auf die Gas-Pipeline von Ägypten nach Israel verübt. Die maskierten und bewaffneten Angreifer hätten einen Sprengsatz an der Pipeline nahe der Stadt Al-Arisch zur Explosion gebracht, erklärten Sicherheitsbeamte. Rettungskräfte eilten zum Anschlagsort im Norden der Sinai-Halbinsel, um das Feuer zu löschen. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

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    3 Kommentare

    • Antifa  •  vor 3 Monaten
      Steine, Molotowcocktails, Tränengas. Erinnert an die Studentenunruhen 1968. Erinnert an die Krawalle in Hamburg und Berlin der Gegenwart. Also nichts Neues für uns Deutsche.
      In Ägypten sind es die Geburtswehen der bevorstehenden Demokratie. Bedauerlich nur die vielen Todesopfer. Bleibt zu hoffen, dass die Geburtswehen bald vorüber sind und die Ägypter in Frieden und Demokratie leben. Es wäre ihre erste. Es ist ihnen zu gönnen.
      • Nickola vor 3 Monaten
        Das werden wir wohl nicht mehr erleben. Sonst müßten wir unsterblich sein.
    • Yahoo! Benutzer  •  vor 3 Monaten
      Das hat nicht`s mit Islam zu tun !
      Auch der Herr Westerwelle publizierte positiv zu diesem Thema,
      des innovativen arabischen und demokratischen Frühling ...
      Sind keine Baukräne oder Laternen vor Ort ?
    • Wolfgang  •  vor 3 Monaten
      Das ist die neue Art Demokratie und Freiheit ... :-))
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