Ursprünglich hieß es, die Kinder einer Vorschule in New Jersey würden einen Ausflug in die Stadtbibliothek machen. Doch nach ihrer Rückkehr erzählten sie ihren Eltern, man habe sie an einen Ort mit Handschellen, Pistolen und Gitterstäben geführt. Einer von ihnen sagte sogar, man habe ihn in eine Zelle gesperrt. Die Eltern sind empört.
Auf dem Anmeldebogen, den die Eltern einer Vorschulklasse in Hillside, New Jersey, erhielten, war von einer Exkursion in die Stadtbibliothek und ins Gemeindezentrum die Rede. Doch als der sechsjährige Stephen Stovall von dem Ausflug mit der Sunnyside School zurückkam, wusste er weder von Büchern noch von fleißigen Stadtangestellten zu berichten. In Wahrheit nämlich hatten er und seine Mitschüler das Gefängnis der Hillside Police Station besucht.
Nicht nur, das dies ohne ihr Einverständnis geschehen war, erbost seine Mutter - der ganze Zweck der Übung ist ihr schleierhaft. „Er sagte, dass ihm eine Schutzweste und ein Pistolenhalfter gezeigt wurden“, sagte sie gegenüber der „Chicago Sun-Times". Aber damit offenbar nicht nicht genug. So habe der Junge berichtet, dass er in eine Gefängniszelle gebracht und die Tür verriegelt wurde. "Wir sind beide aufgebracht", so Stephens Großmutter Flora Ware, die die Anmeldung unterschrieben hatte. "Wir fragten uns, worauf sie ihn vorbereiten wollen? Was wollen sie den Vorschülern damit sagen? Wenn ihr uns nicht zuhört, dann werdet ihr genau hier enden?“
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Doch die Polizeibeamten der Hillside Police Station streiten ab, dass Stephen eingesperrt wurde. „Sie wurden nie in Gefängniszellen gebracht“, so Polizeichef Joseph M. Lukaszek gegenüber der Zeitung. „Sie sind an einer unserer Zellen vorbeigelaufen und die Tür stand offen. Wir haben ihnen ein Bett und eine Toilette gezeigt. Niemand durfte hineingehen.“ Lukaszek glaubt, dass der Junge den Aufenthaltsraum wegen der dort angebrachten Gitterstäbe für eine Gefängniszelle gehalten habe, weil er den Unterschied nicht kannte.
Es ist in den USA nicht unüblich, dass Kindern im Vorschulalter bei Exkursionen Waffen und Gefängniszellen gezeigt werden. Michael Holub, Chef der La Grange Polizeistation in Texas, sieht darin nichts Verwerfliches. „Wir versuchen, die Basis für eine positive Beziehung zur Polizei zu legen, und das unabhängig von der normalen Polizeiarbeit“, erklärte er der Zeitung. Das Zeigen von Waffen gehöre jedoch nicht dazu – genauso wenig wie das Einschließen in Zellen.
Schulausflug hinter Gitter: Sechsjähriger in Gefängniszelle gesperrt?
Yahoo! Nachrichten – Fr., 20. Apr 2012Werden Sie ein Fan von Yahoo! Nachrichten auf Facebook
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