Nach harscher Kritik an den Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben von Apple in China hat eine unabhängige Arbeitsrechtsorganisation mit einer Überprüfung begonnen. Experten der Fair Labor Association (FLA) begannen beim Apple-Zulieferer Foxconn in Shenzen, wo 2010 mehrere Arbeiter Selbstmord begangen hatten. Der Kurs der Apple-Aktie an der New Yorker Börse stieg unterdessen erstmals über 500 Dollar.
Apple hatte die Untersuchung der Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern bereits Mitte Januar angekündigt. Am Montag erklärte Unternehmenschef Tim Cook, sein Unternehmen glaube daran, dass "Arbeiter überall das Recht auf sichere und faire Arbeitsbedingungen haben".
Die Experten der Fair Labour Association würden "Tausende von Arbeitern über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen befragen", kündigte Cook an. Dabei würden sie nach Gesundheit und Sicherheit fragen, nach Bezahlung, Arbeitsstunden und der Kommunikation mit der Geschäftsführung. Apple habe der FLA "ungehinderten Zugang" zugesichert. Die Experten würden nicht nur die Fabriken, sondern auch Wohnheime und andere Anlagen unter die Lupe nehmen und Dokumente über die Beschäftigung der Arbeiter auswerten. Die Ergebnisse würden ab Anfang März auf der Seite der FLA fairlabor.org öffentlich gemacht.
Als erstes begann die Überprüfung der Fabriken des taiwanischen Zulieferers Foxconn in Shenzhen, wie Cook sagte. Auch der Standort von Foxconn in Chengdu steht demnach auf der Liste der FLA. Foxconn ist der größte Zulieferer von Apple, in den Fabriken werden iPhones, iPads und andere beliebte Apple-Produkte gefertigt.
Eine interne Untersuchung hatte ergeben, dass nur 38 Prozent der Zulieferer die von Apple festgesetzte Norm einer maximalen Wochenarbeitszeit von 60 Stunden und einem garantierten freien Tag pro Woche einhielten. Ein Drittel der Zulieferer waren nachlässig im Umgang mit gefährlichen Substanzen und ebenfalls ein Drittel hielt die Standards zur Verhinderung von Verletzungen nicht ein. Die "New York Times" hatte berichtet, dass bei zwei Explosionen in Fabriken mit iPad-Fertigung im vergangenen Jahr vier Arbeiter getötet und weitere 77 verletzt wurden.
Berichte wie diese schrecken Investoren nicht ab: Der Kurs der Aktie von Apple kletterte erstmals über die 500-Dollar-Marke. Die Aktien wurden kurz nach Börsenstart für 502,30 Dollar (380,44 Euro) gehandelt, das waren 1,80 Dollar mehr als Freitag bei Börsenschluss. Grund für den Höhenflug der Aktie ist das vergangene Woche veröffentlichte Gerücht, Apple werde Anfang März eine neue Version des Tablet-Computers iPad präsentieren, das iPad 3. An der Börse ist das Unternehmen mittlerweile so viel wert wie kein anderes auf der Welt.


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