Berlin (dapd). Die Linkspartei lehnt Pläne für einen EU-Haushaltskontrolleur in Griechenland ab. Der Vorschlag allein zeige, dass die europäische Idee Schaden nehme, sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine, am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Werde in das Land eine Art Sparkommissar entsandt, dann sei die Demokratie dort abgeschafft, fügte der Spitzenkandidat der Linken im Saarland hinzu.
Regierungskreise hatten zuvor einen Bericht der "Financial Times" bestätigt, wonach Deutschland sich angesichts der desolaten Lage in Griechenland für die Einsetzung eines "Haushalts-Beauftragten" der EU in Athen stark mache.
Nach der Razzia im Amtssitz von Bundespräsident Christian Wulff legte Lafontaine ihm zugleich indirekt den Rücktritt nahe. "Ich meine, dass der Bundespräsident selbst sich kritisch die Frage stellen muss, ob er unter diesen Umständen noch wirklich Bundespräsident sein kann in dem Sinne, wie die Verfassung es will", sagte Lafontaine. "Ich meine, er hätte Veranlassung darüber kritisch nachzudenken."
dapd


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