Zweieinhalb Jahre nach dem Anschlag auf einen Schnellzug im Nordwesten Russlands mit fast 30 Toten sind zehn Angeklagte zu teils langen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht sprach die Männer aus der Kaukasusrepublik Inguschetien am Dienstag wegen Terrorismus, Zugehörigkeit zu einer verbotenen terroristischen Vereinigung und illegalem Waffenbesitz schuldig, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete. Die vier Hauptangeklagten wurden demnach zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Die sechs anderen müssen für mindestens sieben Jahre ins Gefängnis.
Bei dem Anschlag auf den Schnellzug von Moskau nach St. Petersburg waren im November 2009 28 Menschen getötet worden. Zu dem Anschlag, bei dem der Newski-Express durch eine Explosion entgleist war, bekannte sich später der tschetschenische Rebellenchef Doku Umarow. Auf den Zug war bereits im August 2007 ein Anschlag verübt worden. Damals wurden 60 Menschen verletzt.
Umarow, der sich selbst zum Führer eines "Emirats des Kaukasus" ernannt hat, kämpft für eine islamistische Herrschaft im gesamten Kaukasusgebiet. Er ist der meistgesuchte Islamist in Russland und hat sich zu zahlreichen Anschlägen im ganzen Land bekannt, darunter die Anschläge auf den Moskauer Flughafen Domodedowo im Januar 2011 und die Moskauer U-Bahn im März 2010.

