Entdecken Sie Yahoo! mit Ihren Freunden

Entdecken Sie Nachrichten, Videos und andere Inhalte, die Ihre Freunde gelesen oder gesehen haben. Welche Ihrer Aktivitäten andere sehen, bestimmen Sie alleine.

Zuerst

WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Linke will ohne Personalquerelen zurück in "Erfolgsspur"

    Berlin (dapd). Die Linke will 2012 zurück in die "politische Erfolgsspur" und dafür Personaldebatten vorerst unterlassen. 2011 sei "ein schwieriges Jahr" gewesen, räumte der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi am Wochenende nach einer Klausurtagung der Bundestagsabgeordneten in Berlin ein. Nun will die Linke mit Inhalten punkten. Gysi kündigte mehrere Initiativen im Bundestag an, unter anderem zur Rente mit 67. Zudem attackierte er die Europapolitik der Regierung und die Ratingagenturen.

    "Politik für die Menschen" will die Linke laut Gysi in diesem Jahr machen. Ein zentrales Thema seien Rente und Altersarmut. Die Linke werde in Kürze einen Antrag im Bundestag einbringen, der die sofortige Aussetzung der Regelung fordere, sagte Gysi.

    Zudem verschreibt sich die Linke dem Kampf gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Diese Form der Arbeit "zerstört unser Leben" und nehme immer weiter zu, beklagte Gysi. Er kündigte auch einen Antrag "zur sozialen Stellung der Selbstständigen" an. Diese seien viel zu schlecht abgesichert.

    Auch in der Bildungspolitik will die Linke an Profil gewinnen. Es gehe nicht an, dass ausschließlich Länder für dieses Thema zuständig seien, sagte Gysi. Das Kooperationsverbot müsse aufgehoben werden. Es sei "absurd, was wir uns hier leisten", sagte Gysi mit Blick auf die zahlreichen unterschiedlichen Schulformen in Deutschland.

    Eine Gesetzesinitiative kündigte er außerdem zum Nachtflugverbot am neuen Berliner Großflughafen an. Hintergrund ist der Streit über die Flugzeiten, von denen auch die Bevölkerung in Gysis Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick betroffen ist. Er befürworte eine gesetzliche Regelung, wonach es generell ein Nachtflugverbot in der Nähe von großen Städten geben sollte, sagte Gysi.

    Scharfe Worte fand der Fraktionschef für die jüngste Herabstufung mehrerer Euroländer durch die US-Agentur Standard & Poor's. Ratingagenturen und Banken führten "Krieg" gegen "die europäischen Völker", sagte er. Die Entscheidung von Standard & Poor's sei "grotesk" und durch keinerlei objektive Kriterien gerechtfertigt. Die EU müsse gegen die Macht der Ratingagenturen vorgehen.

    Heftig attackierte Gysi auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie zerstöre gemeinsam mit Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy "die europäische Idee". Gysi warnte insbesondere vor der Verabschiedung des europäischen Fiskalpakts für mehr Haushaltsdisziplin und drohte mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Der Pakt greife nach der bisherigen Planung unzulässig in die Haushaltshoheit des Bundestags ein.

    Deutlich zurückhaltender äußerte sich Gysi zu den Personalfragen in der Linken. Derartige Debatten sollten erst wieder vor dem Parteitag im Juni geführt werden, sagte er. Mehrere Landes- und Kreisverbände hatten beantragt, die künftige Parteiführung in einem Mitgliederentscheid zu wählen. Dies lehnte der Vorstand der Linken jedoch wegen rechtlicher Bedenken ab.

    Gysi sagte, er sehe die Sache "juristisch anders", stehe aber zum Vorstandsbeschluss. Auch dass andere Linke vor das Schiedsgericht der Partei ziehen werden, halte er für wenig wahrscheinlich.

    Sowohl Gysi als auch die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch kündigten am Wochenende Überlegungen dazu an, wie die Parteibasis stärker in Personalentscheidungen eingebunden werden könne. Lötzsch sagte, am Montag werde in Berlin mit den Landesvorsitzenden beraten, wie auch ohne Mitgliederentscheid "eine große Einbeziehung der Basis" sichergestellt werden könne. Sie halte eine Befragung der Basis bei der Nominierung der neuen Parteiführung grundsätzlich für einen "gangbaren Weg". Die neue Führung der Linken soll auf einem Bundesparteitag am 23. Juni in Göttingen gewählt werden.

    dapd

    Quizaction

     

    6 Kommentare

    • SLIMtronics  •  vor 4 Monaten
      Ausser sich nun etabliert wie alle anderen auch am parlamentarisch-politischen und finanziellen Trog zu laben, ist mir kein sichtbarer Erfolg linker Politik und da speziell Politik der Linken (ein gewaltiger Unterschied...) bekannt. Aber die Fans dieser seit ueber 20 Jahren lediglich Proteststimmen-in-gemaessigte-Bahnen-Lenker-Partei koennen uns bestimmt mal eine Erfolgsliste ins Netz stellen, oder etwa nicht? Genau betrachtet, ist es doch in all den Jahren sehr viel (sozial) kaelter geworden und die Unterschiede in der Gesellschaft mittlerweile auch nicht mehr nur mit "normaler" Pareto-Verteilung zu erklaeren. Also macht was oder lasst dieses Erfolgsgeschwafel.
      • Hausherr vor 4 Monaten
        Wir wissen allewrdings nicht, wie es inzwischen ohne die Linken wäre. Vielleicht erleben wir ja derzeit tatsächlich eine reduzierte Version dessen, was mal geplant war. Muss nicht sein, kann aber. Ich rate daher zur Vorsicht bei solchen Bewertungen.
      • Starwolf_one vor 4 Monaten
        Wir wissen allewrdings nicht, wie es inzwischen ohne die Linken wäre. Vielleicht erleben wir ja derzeit tatsächlich eine noch extremere Version dessen, was mal geplant war. Muss nicht sein, kann aber. Ich rate daher zur Vorsicht bei solchen Bewertungen.
      • SLIMtronics vor 4 Monaten
        Interessante These... Allein durch die Anwesenheit der Linken fuehrt alles letztlich zu einer sozialeren Politik durch die an der Macht befindlichen Kapitalvasallen? Na ja, so richtig glauben Sie das hoffentlich selbst nicht.
    • Demokratinchen  •  vor 4 Monaten
      Die "Linke" ist auch nur immer am "Palabern". Wenn die doch bloss mal tätig wären.........ja dann........vielleicht.......oder auch nicht.
      Auf was warten die eigentlich....."auf den Urknall"....oder wat.
      • Uwe vor 4 Monaten
        was erwartest du das sie bomben legen.
        ohne die linke würden die anderen parteien in deustchland ihr unwesen treiben, aber um die linke in schach zu halten, müssen die halt auch mal bsichen links reden und nebenbei versuchen die linke zu vertreiben, schlecht zu amchen unwählbar zu machen mit hilfe neoliberaler gleich geschalteter medien.
      • Hausherr vor 4 Monaten
        @Wilde Hilde
        Würde der Wähler mal ausnahmsweise nicht auf die Hetzparolen der anderen Parteien hereinfallen und den Linken 30% geben, wüssten wir inzwischen, wo sie tatsächlich stehen.
      • Demokratinchen vor 4 Monaten
        Na von mir bekommt Gysi, Wagenknecht und Fontane meine Stimme, denn die anderen Parteien sind überhaupt nicht mehr wählbar, einschließlich die "Kaspargruppe" was sich Piraten nennt.
    • Y.  •  vor 4 Monaten
      Mit bunga bunga haben die sich ja schnell an die übrigen Parteien angeglichen!
      Oskar der Sozialist aus dem Bilderbuch.
      • E.T. vor 4 Monaten
        Klär mich doch bitte mal auf was "bunga bunga" bedeutet!
    • Uwe  •  vor 4 Monaten
      die einzig wählbare partei unter all den systemparteien.
      • Demokratinchen vor 4 Monaten
        Nur wenn die "Linke" mal aus der Rosette kommen würden.
      • E.T. vor 4 Monaten
        Die sollen endlich ihre Positionen zu den Tagesthemen vertreten und sich nicht mit innerparteilichen Geplänkeln beschäftigen!
      • Uwe vor 4 Monaten
        dieses innerparteiliche geplänke wird ja auch nur durch die medien am kochen gehalten, weil es den linken ja schaden könnte. die berichten ja kaum über die politik de rlinken.
    • Dieter  •  vor 3 Monaten
      Die Wurzeln der Linken sind in der SED begründet. Somit sollte man diese Linken zurückentwickeln und abtreiben.
    • E.T.  •  vor 4 Monaten
      Die einzige Partei in Deutschland, die sich glaubhaft für mehr soziale Gerechtigkeit und die Nöte des Durchschnittsbürgers einsetzt, sollte endlich ihre innerparteilichen Quärelen beenden und sich der Tagespolitik zuwenden!
    Suchen