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    Frauen-Duo will Linke aus der Krise führen

    Kipping und Schwabedissen mit gemeinsamer Kandidatur

    Mit einer weiblichen Doppelspitze wollen zwei junge Politikerinnen die Linke aus der Krise führen: Die 34-jährige Vizeparteichefin Katja Kipping und die 39 Jahre alte nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen kündigten in Hannover ihre gemeinsame Kandidatur für die beiden Vorsitzendenposten an. Allerdings blieb auch Fraktionsvize Dietmar Bartsch bei seiner Bewerbung um den Vorsitz.

    Ihr Ziel sei eine "integrierende Lösung aus Ost und West", sagte Schwabedissen bei der Vorstellung der Kandidatur. Auf der Pressekonferenz ließen die beiden Kandidatinnen offen, ob sie auch einzeln für einen der beiden Chefposten zur Verfügung stünden. "Wir sind ein offenes Angebot und kein fest gepacktes Paket", sagte Kipping. In einer gemeinsamen Erklärung sagten mehrere Linken-Politiker den beiden Kandidatinnen ihre Unterstützung zu und warnten vor einer Spaltung der Partei. Zu den Unterstützern zählt Bundesgeschäftsführerin Caren Lay.

    Parteichef Klaus Ernst sprach sich nach dem Verzicht von Oskar Lafontaine für eine Kandidatur von dessen Partnerin Sahra Wagenknecht aus. Die Vizefraktionschefin habe "Ausstrahlung weit über die Partei hinaus", sagte Ernst der "Süddeutschen Zeitung". Er sei dafür, "dass wir die Idee einer weiblichen Doppelspitze zur Grundlage der Suche nach einer integrativen Lösung machen". Dem Kandidaten Bartsch warf Ernst vor, dass er "offenkundig polarisiert".

    Am Dienstag hatte der frühere Parteichef Lafontaine seine Bereitschaft zurückgezogen, erneut für das Spitzenamt zu kandidieren. Er zog damit die Konsequenz aus dem Machtkampf mit Bartsch. Weitere Kandidatin für den Parteivorsitz ist die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann.

    Der Thüringer Fraktionschef der Linken, Bodo Ramelow, legte Bartsch mit Blick auf den Vorschlag einer weiblichen Doppelspitze den Verzicht auf seine Kandidatur für den Parteivorsitz nahe. "Ich habe Dietmar Bartsch immer den Rücken frei gehalten", sagte Ramelow der "Berliner Zeitung". "Aber wenn es einen besseren gemeinsamen Weg gibt, dann möchte ich darüber nicht öffentlich zu Gericht sitzen. Alle müssen sich gemeinsam an einen Tisch setzen."

    Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi rechnet nicht mit einer raschen Beilegung des Führungsstreits vor dem Göttinger Parteitag Anfang Juni. "Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass es bis zum und auf dem Parteitag spannend zugeht", erklärte er in Berlin. "Danach muss es allerdings schleunigst wieder hochpolitisch werden."

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