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    Trotz bester Versorgung - San Marinos einziger Häftling leidet

    Manche nennen ihn den verwöhntesten Gefangenen der Welt: Fitnessmöglichkeiten, Bibliothek, TV-Zimmer - das alles hat ein 30-jähriger Insasse in San Marino für sich ganz alleine. Klingt luxuriös? Der Mann leidet dennoch - unter seiner Langeweile. Denn er ist der einzige Gefangene des malerischen Knasts, ja sogar der einzige im ganzen Staat.

    Die Hauptstadt San Marinos ist auf dem Berg Monte Titano gelegen. In der Nähe der Festung ist auch das kleine Gefängnis …Zimmerservice! Weil sich der Betrieb einer Gefängniskantine für einen einzigen Insassen nicht lohnt, bekommt der Mann seine Mahlzeiten per Lieferservice aus dem Restaurant direkt in seine Zelle - eine der lediglich Sechs, über die das Gefängnis verfügt. Dem Inhaftierten im drittkleinsten Staat Europas stehen zudem zur alleinigen Nutzung ein TV-Raum mit einer Fitness- und einer Leseecke zur Verfügung. Auch von der Lage her könnte sich der Häftling eigentlich nicht beschweren: San Marinos einziges Gefängnis befindet sich in einem ehemaligen Kapuzinerkloster, das erhaben auf einem malerischen Kalkfelsen thront. Hier sitzt der 30-Jährige eine Strafe wegen häuslicher Gewalt ab, wie der englische Telegraph berichtet.

    Die Kriminalitätsrate in dem lediglich 30.000 Einwohner zählenden Steuerparadies ist verschwindend gering. Nur durch Geldwäsche-Skandale sorgte das kleine Land ab und an  für Aufsehen. Noch 2009 hatte das Gefängnis immerhin 14 Insassen - doch nun gibt sich dort nur noch ein einziger die Ehre. Luxuriöse Haftbedingungen, sollte man meinen. In seiner kleinen Zelle leidet der 30-Jährige dennoch, und zwar unter Einsamkeit. Denn durch die Abwesenheit anderer Gefangener wurde seine Zeit dort faktisch zur  Isolationshaft.  Er erhält nur eine Stunde Freigang täglich, seine einzigen sozialen Kontakte sind die Gefängniswärter - und Rechtsanwälte und Verwandte, die ihn ab und zu besuchen.

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    Doch es gibt Hoffnung auf ein Ende der Langeweile!  In den kommenden Tagen soll der wegen häuslicher Gewalt Inhaftierte einen „Mitbewohner“ bekommen - ein zweiter Häftling wird eingeliefert. So sollten sich die restlichen acht Monate Haft ein wenig geselliger gestalten. Man muss nur eines hoffen: Dass sich die beiden auch vertragen.

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