Saarbrücken (dapd). Der saarländische SPD-Landeschef Heiko Maas fordert ein Importverbot für Atomstrom nach Deutschland. Er regte am Samstag in Saarbrücken an, dass die Bundesregierung in den Vereinbarungen zum Energiekonsens einen solchen Passus gesetzlich festlegt.
"Es kann nicht sein, dass wir in Deutschland den endgültigen Atomausstieg vorantreiben und die Energiekonzerne dann weiter Atomstrom im Ausland kaufen, um ihn in die deutschen Netze einspeisen", sagte der SPD-Landeschef. Dies wäre keine glaubwürdige Energiewende. "Wenn die Energiekonzerne im Ausland Strom ankaufen müssen, dann stehen dazu auch heute schon genügend Kapazitäten aus regenerativen Energiequellen zur Verfügung", fügte Maas hinzu.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bezweifelte allerdings, dass sich der Import von Atomstrom aus dem Ausland verhindern lässt. In einem vorab veröffentlichten Interview der "Wirtschaftswoche" sagte er: "Für die Börsen können und wollen wir keine Regelung treffen. Wir haben Verbundnetze in Europa - das ist auch gut so." Gerade bei den Energienetzen müsse Europa stärker zusammenwachsen.
Er verwies zudem darauf, dass Deutschland bislang immer Netto-Exporteur von Strom gewesen sei. Daran solle sich auch nach der Energiewende nichts ändern. Die wegfallende Kernkraft werde durch Erneuerbare und fossile Kraftwerke ersetzt. "Die nationale Kapazität bleibt erhalten. Sonst wäre der Atomausstieg unredlich."
dapd


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