WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Madrid zwingt Banken zur Auslagerung fauler Kredite

    Institute müssen zudem Rücklagen aufstocken

    Die angeschlagenen spanischen Banken müssen ihre Risikovorsorge nach den Plänen der Regierung in Madrid deutlich erhöhen. Das Kabinett verabschiedete eine weitere Reform der Branche. Danach müssen die Institute ihre faulen Kredite auslagern und ihr Kapitalpolster um insgesamt 30 Milliarden Euro erhöhen.

    Die Banken in Spanien sind nach dem Platzen einer Immobilienblase in einer schwierigen Situation. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte kürzlich insgesamt neun Banken herabgestuft, darunter Europas wertvollstes Kreditinstitut Santander. Bei der viertgrößten Bank des Landes, Bankia, hatte der Staat am Donnerstag die Kontrolle übernommen, indem sein Hilfskredit aus dem Jahr 2010 in Aktien umgewandelt und der Staat somit zum größten Aktionär der Bank wurde.

    Laut Regierungsbeschluss sollen die Banken ihre faulen Papiere in Bad Banks auslagern. Diese sollen dann versuchen, einen Preis für die Wertpapiere zu finden und sie möglichst auch verkaufen. "Das wird Pflicht für alle Institute", sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Die Banken hatten während des Immobilienbooms massenhaft Kredite vergeben, die viele Kreditnehmer - Privatleute, aber auch Investoren von großen Projekten - nun nicht mehr bezahlen können.

    Quizaction