Immer wieder sah sich ein Brite mit lästigen Marketing-Anrufen aus einem Call-Center in Indien konfrontiert. Schließlich drohte der Geschäftsmann dem Unternehmen, dass er die Zeit, die ihn die Anrufe kosten würden, in Zukunft in Rechnung stellen werde. Der 53-Jährige machte seine Drohung wahr – und die nervigen Telefongespräche zu Geld.
„Ständig wurde ich angerufen“, ärgerte sich Richard Herman im Gespräch mit dem Nachrichtenkanal „Sky News“. „Ich dachte, die hören nur auf, wenn ich mit ihnen rede und sage: ‚In Gottes Namen, nehmt mich von eurer Liste.‘“ Der in der Telekommunikationsbranche tätige Geschäftsmann wollte allerdings lieber auf Nummer sicher gehen. Gegenüber den emsigen Call-Center-Mitarbeitern machte er eine konkrete Ansage: Er würde dem Unternehmen künftig die Gespräche in Rechnung stellen. Zeit ist schließlich Geld, und im Falle von Herman hielt er diese mit zehn Pfund pro Minute für angemessen berechnet.
In der Tat ließen weitere Anrufe der Marketing-Firma nicht lange auf sich warten. Herman zeichnete die im Auftrag des in Großbritannien ansässigen Unternehmens „PPI Claimline Ltd“ ausgeführten Telefongespräche auf. Letztlich stellte er der Firma eine Rechnung in Höhe von 195 Pfund aus.
Diese bestritt daraufhin zunächst, den 53-Jährigen angerufen zu haben. Auch als Herman seine Aufnahmen als Beweis vorbrachte, tat sich erst einmal nichts. Dann jedoch machte Herman seine Ansprüche für die unbezahlte Rechnung vor Gericht geltend – und berechnete dafür noch mal 25 Pfund. Mit Erfolg: Das Unternehmen zeigte sich bereit, die Angelegenheit außergerichtlich zu begleichen und Herman die inzwischen auf 220 Pfund angestiegene Summe zu überweisen.
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Auf einer Website gibt Herman mittlerweile anderen von Call-Centern genervten Personen Tipps, wie sie ihrem Leiden ein Ende bereiten können. Ihm selbst hat dabei sein betriebswirtschaftliches Studium geholfen. „Mit 17 habe ich BWL studiert, unter anderem auch das Thema ‚Angebot und Annahme‘.“ Demnach habe er gewusst, dass ein mündlicher Vertrag genauso gültig sei wie ein schriftlicher - er sei nur eben schwieriger nachzuweisen. „Die aufgezeichneten Gespräche belegten, dass ich ihnen gesagt habe, dass ich ihnen meine Zeit in Rechnung stellen würde, wenn sie erneut anrufen würden.“
In einer Stellungnahme erklärte „PPI Claim Line“, dass alle Lieferantenbeziehungen strengen vertraglichen Regelungen unterlägen und mit gesetzlichen Vorschriften, zum Beispiel zum Datenschutz, übereinstimmten.
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