Der Marburger Bund hat die vom Bundestag beschlossene Reform der Regelungen zur Organspende begrüßt. Den Angehörigen Verstorbener werde so die "Last der Entscheidung" abgenommen, sagte der Verbandsvorsitzende Rudolf Henke der "Passauer Neuen Presse". "Angehörige fragen sich am Sterbebett oft, wie der Verstorbene wohl entschieden hätte - für die Organspende oder doch dagegen?", sagte er. Er halte es zudem für legitim, mehrfach gefragt zu werden und sich dann eine Meinung zur eigenen Spendenbereitschaft zu bilden.
Der Verbandschef warnte aber vor zu hohen Erwartungen, dass nun deutlich mehr Organe zur Verfügung stünden. "Da wäre ich vorsichtig. Schon 1997 bei Einführung des Transplantationsgesetzes gab es ähnliche Erwartungen, die sich leider nicht erfüllt haben", sagte Henke.
Der Bundestag hatte am Freitag mit breiter Mehrheit eine Neuregelung beschlossen, die im Transplantationsgesetz verankert werden soll. Jeder Bürger ab 16 Jahren wird künftig regelmäßig per Brief aufgefordert, eine Erklärung über seine Bereitschaft zur Organspende abzugeben. Die Entscheidung bleibt aber freiwillig.



