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    Megaupload-Gründer Schmitz gegen Kaution auf freiem Fuß

    Neuseeländische Justiz sieht keine Fluchtgefahr

    Gut einen Monat nach seiner Festnahme in Neuseeland ist der deutsche Megaupload-Gründer Kim Schmitz alias Dotcom gegen Kaution wieder auf freiem Fuß. Ein Richter in Auckland entschied, dass keine Fluchtgefahr bestehe, da das gesamte Vermögen des Internetmillionärs beschlagnahmt sei. Die US-Behörden fordern die Auslieferung von Schmitz, unter anderem wegen Verletzung des Urheberschutzes und wegen Betrugs.

    Der Richter Nevin Dawson hatte im Gegensatz zu seinen Kollegen keine Bedenken, den 38-Jährigen auf freien Fuß zu setzen. Neben der Beschlagnahmung seines Vermögens sei auch seine Familie ein Grund, weshalb Schmitz ein Interesse daran habe, in Neuseeland zu bleiben, argumentierte Dawson. Sollte er fliehen, würde er alles verlieren und ein Leben als Flüchtling führen. Als Auflage darf Schmitz nicht ins Internet gehen und muss in seinem Anwesen in Auckland bleiben, es sei denn, es gibt einen medizinischen Notfall.

    Bei zwei früheren Anhörungen hatten die Richter eine Freilassung abgelehnt, weil eine "extreme Fluchtgefahr" des Internet-Millionärs bestehe. Es sei möglich, dass er noch über Konten im Ausland verfüge und kriminelle Verbindungen habe, die ihm eine Flucht ermöglichen könnten. So könne er etwa nach Deutschland fliehen, das seine Staatsbürger nicht an die USA ausliefere. Dieser Argumentation wollte der Richter Dawson aber nicht folgen.

    Schmitz sagte, er sei erleichtert, nach einem Monat seine drei kleinen Kinder und seine schwangere Frau wiederzusehen. Drei weitere am 20. Januar gemeinsam mit Schmitz festgenommene Verantwortliche des inzwischen geschlossenen Online-Speicherdienstes waren bereits zuvor auf Kaution freigekommen. Sie alle sollen sich massiver Internetpiraterie schuldig gemacht haben, da Megaupload das Herunterladen von urheberrechtsgeschützten Werken ermöglichte.

    Der Anwalt von Schmitz, Paul Davison, sagte, sein Mandant sei entschlossen, weiter gegen die US-Vorwürfe zu kämpfen. Diese hätten "keinerlei substanzielle Basis". Die Entscheidung des Richters, Schmitz auf Kaution freizulassen, ist ein Rückschlag für die US-Justiz, die eine Auslieferung der vier Megaupload-Verantwortlichen fordert. Eine Anhörung zu den Auslieferungsanträgen soll voraussichtlich am 20. August stattfinden. Sollte Schmitz vor ein US-Gericht gestellt werden, droht ihm die Maximalstrafe von 20 Jahren Haft.

    Die US-Behörden werfen Schmitz, der seinen Nachnamen in Dotcom ändern ließ, vor, allein im Jahr 2010 durch seine Internetaktivitäten 42 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) verdient zu haben. Megaupload bot seinen Nutzern seit 2005 an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal. Allerdings wurde die Plattform auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. Rechteinhabern soll so ein Schaden von 500 Millionen Dollar entstanden sein.

    Nach der Festnahme von Schmitz am 20. Januar sorgten Berichte über sein luxuriöses Anwesen und seinen extravaganten Lebensstil für Aufsehen. In seiner Villa beschlagnahmte die Polizei einen rosa Cadillac und andere Luxusautos sowie wertvolle Kunstwerke. Anwohner beschwerten sich immer wieder über die lauten Partys des aus Kiel stammenden einstigen Hackers. In einem Internetvideo ist der 38-Jährige umgeben von barbusigen Frauen auf einer Motorjacht vor Monaco zu sehen, wie er mit Champagner um sich spritzt.

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    29 Kommentare

    • Oliver  •  vor 3 Monaten
      Was ein quatsch, Megaupload kann nicht jeden ihrer Kunden überprüfen, die etwas hochladen... Rapidshare, Netload & Co machen im grunde das selbe und bei ihnen wurden die klagen teilweise zurückgewiesen oder gewonnen, mit der Begründung das sie selbst nichts dafür können, wenn solche Sachen hochgeladen werden, wenn sie so was mitbekommen/sehen löschen sie diese daraufhin. .
      • Pierre vor 3 Monaten
        Sehe ich auch so...ich denke aber, dass ALLE Filehoster wissen, dass unerwünschter Kram auf den Servern landet. Ich unterstelle mal, dass es Teil des Geschäftes ist. Mir persönlich fallen kaum Gründe ein, weshalb man sonst ein Abo abschliessen sollte. Vermutlich nicht, um Bilder von Freunden runterzuladen.
    • Hermann  •  vor 3 Monaten
      raubkopieren wurde ja auch nicht erst gestern erfunden. ich weiss gar nicht mehr wann ich meine ersten cd's gebrannt hab. Das Internet hebt die Problematik nur auf eine viel größere Ebene. und überhaupt, was kostet denn eine dvd so? 20 euro? kino 6? verdammt viel geld für einen film. vielleicht sollte man da anfangen.
    • theberzerker  •  vor 3 Monaten
      war mir klar das der raus kommt :D NICE!
    • Alexander  •  vor 3 Monaten
      raubkopiere bekommen 10 jahr haft und kinderschändiger 3 jahre....!!!! Ihr politiker packt euch mal am kopf und denknt mal nach ob ihr nicht besoffen wart , als ihr das gesetzt inkranft gesetzt habt !!!!!!!!!!
      • Peter vor 3 Monaten
        Ja weil der Staat der uns schützen soll lieber sein Geld mit drakonischen Strafen schützt anstatt hart durchzugreifen gegen Abschaum wie Kindervergewaltiger, die auch nach jahrelangem Knastaufenthalt immer noch ihre perversen Gedanken ausleben wollen
    • Clint Eastwood  •  vor 3 Monaten
      "Allerdings wurde die Plattform auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten."

      Selbst wenn Megaupload geschlossen und die Besitzer hinter Gitter wandern, es wird immer wieder neue geben. Die Justiz kann diesen Krieg nicht gewinnen.
      • Arno Nuehm vor 3 Monaten
        Stimmt! Ändern wird sich nix ...
      • Christian vor 3 Monaten
        Das sehe ich anders! Schutz ist nötig - alle die sich hier einen Freibrief für kriminelles Handeln selbst ausstellen wollen haben offensichtlich noch nie ernsthaft selbst Geld verdienen müssen! Auch das Internet ist kontrollierbar –die Frage ist, ob man eine Intensivkontrolle selbst provozieren will?
      • Genpaku vor 3 Monaten
        leider ist es schon soweit
        googlet nach ACTA und IPRED (IPRED2) und ihr werdet feststellen, dass es bald Massenzensur im Internet geben wird, wo keine freie Meinungsäußerungen und Kritik mehr erlaubt sein wird. Ebenso werden viele Platformen schließen müssen wie z.B. Facebook, Twitter, MySpace, YouTube, etc. weil diese sozusagen gegen ACTA-Gesetz verstoßen würden. Am 25. Februar wird es in vielen Deutschen Städten Demos geben, geht auf die Straße und macht mit. Kämpft für eure Freiheit, kämpft fürs freie Internet (ohne Zensur)
        w w w .stopacta.de/werde-aktiv-2/demonstrationen-25-02-2012/
    • dennis  •  vor 3 Monaten
      was kann er dafür wenn die sachen illegal genutzt werden ... jeder ist für sich selbst verantwortlich. sollen die zur rechenschaft gezogen werden die sich strafbar gemacht haben
    • Claywalker  •  vor 3 Monaten
      Auch wenn er ein kleiner "Gauner" ist, mag ich den Typen weil er Köpfchen hat.
      Wäre schade gewesen, wenn er zu den Amis ausgeliefert wird.
      • Christian vor 3 Monaten
        Er wird ausgewiesen werden wollen. Anklage in Neuseeland würde für ihn wesentlich schlechtere Karten bedeuten!
      • Jochen Geist vor 3 Monaten
        In manchen Gangsterfilmen werden die Typen auch so sympathisch und beinahe
        Robin-Hood-mässig dargestellt, dass man leicht vergisst - wer sind die Guten und
        wer diejenigen, die im Grunde lächelnd die Gesellschaft ausrauben...
    • Markus  •  vor 3 Monaten
      Traurig wie gut die Propaganda/Hirnwäsche funktioniert, wenn man sich die Kommentare hier so ansieht.
    • Nobody  •  vor 3 Monaten
      So, so, man hat sein gesamtes Vermögen beschlagnahmt, deshalb drohe keine Fluchtgefahr. Wenn man sich da mal nicht verschätzt hat. Immerhin ist es Teil seines Berufes, sich staatlichen Behörden zu entziehen. Würde mich deshalb nicht wundern, wenn er sich mal wieder aus dem Staub macht.
    • Paradox  •  vor 3 Monaten
      Ich kann nicht nachvollziehen wie die US-Justiz da denkt- sind wohl eher die Medienindustrie die auf die Leutchen da druck machen.
      Fassen wir mal kurz zusammen:
      - Das Internet ermöglicht es Menschen online Daten zu verschicken/auszutauschen
      - Online Speicherdienste sollen es Nutzern ermöglichen Daten im internet "LEICHTER" bereitzustellen.
      - Sie bieten eine Alternative zu PvP Netzwerken, FTP Servern etc und viele weitere...
      - Selbst wenn Schmitz eine Plattform gegründet hat, so wird es noch dutzende weitere Online Storage Plattformen geben.

      Wenn ALLE diese Plattformen abgeschaltet werden würden, würde die Piraterie immernoch ungehindert weitergehen weil die Leute dann einfach ihre eigenen Lokalen Netzwerke gründen -
      Ich sehe das ganze so als ob jemand, mit einer Pistole, eine Bank ausraubt und die Justizbehörde nimmt den Waffenhersteller/verkäufer fest, anstatt den eigentlichen Räuber.
    • fritz  •  vor 3 Monaten
      und so nebenbei für alle die K. Schmitz nur für einen kleinen Gauner halten...schaut mal unter den Stichwort ABO Fallen nach.. dann taucht sein Name als einer der Typen auf,die sich so richtig an Jungen Usern bereichert hat.. und das waren immer Kid's die kein eigenens Geld verdienten sonder mit ihrem taschengeld dafür grade stehen müssen.. weil sie nicht auf Seite 23 unter allgemeine Geschäftbediengungen den Vertrag erkannten.. er ist kein kleiner Gauner ..
    • Great Wall  •  vor 3 Monaten
      Jetzt muss KinoX.to wohl auch dicht machen...
    • NoLu  •  vor 3 Monaten
      500 Millionen Dollar ? Ja klar, alle hätten sich alternativ statt der schlechten Qualität sofort originale gekauft.
    • Hanno  •  vor 3 Monaten
      So geht es also !
      Kohle machen mit allen Mitteln solange Leute draufreinfallen weil sie an's Gute der Menschen glauben und schon genug andere Sorgen haben ,.....
      und mit demabgezockten Geld (teilweise ) dann freikaufen und mit den restlichen , nicht nachvollziehbaren "Sicherheits"-Millionen abhauen .
      Wer soviel kriminelle Energie besitzt , der sorgt auch hinterhältig vor.!!.
      jetzt möchten Andere natürlich wissen wie's geht .
    • Michael  •  vor 3 Monaten
      die hard- und software industrie stellt doch alle mittel zur verfügung damit man schön fleissig alles kopieren und verbreiten kann.... wo ist das problem.... die medienindustrien sollten angemessene preise für ihre waren nehemn, dann würde aus teilweise anders laufen..... bis dahin bedient euch was das web hergibt!!!!!!
    • Antonio Barbaro  •  vor 3 Monaten
      Youtube macht das genau das selbe??! Als könnt ich nicht alle Lieder aus Youtube einfach runterladen?!?! Aber sowie bei Youtube stand auch bei megaupload, dass sie für solche Verletzungen nicht haften kein Sinn?!
    • Gegen Niedriglohnsklavere ...  •  vor 3 Monaten
      Keine Hilfe für die Amis
    • Gegen Niedriglohnsklavere ...  •  vor 3 Monaten
      Diese Rechtssprechung ist für mich sowieso Blödsinn, wenn jemand was kauft dann ist es sein Eigentum und somit sollte er damit machen können was er will und wenn er dieses anderen kostenlos zur Verfügung stellt sollte es seine Sache sein.
      Da müsste ja jedes Geschenk eine Verletzung des Urheberrechts sein.
    • Sarah  •  vor 3 Monaten
      In den Knast mit dem kriminellen Fettsack !
    • Pierre  •  vor 3 Monaten
      @Erhard: andere Betrüger müssen nur ihr Amt niederlegen ;).

      Auch wenn seine Geschichte nicht ganz sauber ist, ist er in meinen Augen nur ein kleiner Krimineller und kein Schwerverbrecher. Er hat niemanden weh getan und deshalb sollte man sich mal lieber um die richtigen Schwerverbrecher kümmern.

      Ich fand und finde Mr. Dotcom eigentlich immer ganz sympathisch und man sollte auch nicht vergessen, dass man es ihm auch nicht gerade einfach gemacht hat.
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