Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet eine "gute Zusammenarbeit" mit Frankreichs neuem Präsidenten François Hollande. "Wir wissen seit Bestehen der Bundesrepublik, dass eine gute deutsch-französische Beziehung einfach ganz wichtig ist, für beide Länder", sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Deshalb freue sie sich, Hollande am Dienstag erstmals als neuen französischen Staatschef in Berlin begrüßen zu können. "Das wird ein Kennenlerngespräch, aber ich denke, daraus wird sich eine gute Zusammenarbeit entwickeln", sagte die Kanzlerin.
Der Sozialist Hollande übernimmt am Dienstag das Präsidentenamt vom scheidenden konservativen Staatschef Nicolas Sarkozy. Im Anschluss soll ihn seine erste Auslandsreise nach Berlin führen. Hollande will den EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin um eine Wachstumskomponente ergänzen. Eine Neuverhandlung des unterzeichneten und in einigen Ländern bereits ratifizierten Pakts schließt Merkel indes aus.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mahnte Hollande, die vertraglichen Verpflichtungen Frankreichs einzuhalten. "Was den Fiskalpakt angeht, der gilt", sagte Westerwelle der "Welt". Für ein Wachstumsprogramm zeigte er sich offen. "Das darf nur nicht auf Schulden gebaut sein, sondern muss Ergebnis von Wettbewerbs- und Strukturreformen sein", sagte Westerwelle. "Ich bin ganz sicher, dass wir mit dem neuen französischen Präsidenten eine herzliche Freundschaft und exzellente Partnerschaft haben werden", fügte der Minister hinzu.


