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    Deutschland und Kasachstan unterzeichnen Rohstoffabkommen

    Merkel stellt Forderungen zu Menschenrechtslage

    Deutschland und Kasachstan haben ein milliardenschweres Abkommen im Rohstoffbereich unterzeichnet. Dies sei "eines der Ergebnisse der guten Arbeitsbeziehung", die beide Länder in den vergangenen Jahren aufgebaut hätten, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit dem kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew. Zugleich stellte Merkel Forderungen hinsichtlich der Menschenrechtslage in Kasachstan.

    Die Rohstoffpartnerschaft soll der deutschen Wirtschaft vor allem Zugang zu den sogenannten seltenen Erden verschaffen. Die Rohstoffvorkommen des zentralasiatischen Landes gelten als die fünftgrößten der Erde. Deutschland wiederum will eigene Technologien an Kasachstan liefern. Zudem wurden Wirtschaftsverträge über rund drei Milliarden Euro geschlossen.

    "Rohstoffpartnerschaften leisten einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung der deutschen Wirtschaft bei der Rohstoffversorgung", erklärte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), der das Abkommen gemeinsam mit dem kasachischen Minister für Industrie und Neue Technologien, Asset Issekeschew, unterzeichnete. Vor allem bei Metallrohstoffen und zahlreichen Industriemineralien, die für den Technologiestandort Deutschland entscheidend seien, bestehe eine große Importabhängigkeit.

    Bei ihrem Treffen mit Nasarbajew ging es Merkel zufolge auch um die Menschenrechtslage in Kasachstan und die Ausschreitungen in der Stadt Schanaosen Mitte Dezember, bei denen mindestens 17 streikende Ölarbeiter von Sicherheitskräften getötet worden waren. "Ich habe den Präsidenten darin unterstützt, dass unbedingt ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden muss, der versucht, die Dinge wirklich klar an den Tag zu bringen, was dort vor sich gegangen ist", sagte Merkel. Deutschland werde diesbezüglich mit Kasachstan im Gespräch bleiben.

    Nasarbajew versicherte eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse, verteidigte aber zugleich das Vorgehen der Sicherheitskräfte bei den Ausschreitungen in Schanaosen. Auch Deutschland würde bei Ausschreitungen "für Sicherheit sorgen", sagte Nasarbajew. Zugleich betonte er, Kasachstan habe seit seiner Unabhängigkeit vor 20 Jahren bereits viel erreicht, die Entwicklung hin zur Demokratie brauche aber Zeit.

    Bei der Opposition stieß die Rohstoffpartnerschaft mit Kasachstan angesichts der Menschenrechtslage auf Kritik. "Statt Wertepolitik betreibt Schwarz-Gelb einseitig Rohstoffsicherung für die deutsche Wirtschaft", erklärte die Grünen-Entwicklungpolitikerin Ute Koczy. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezeichnete das Abkommen dagegen als "echte Win-Win-Situation". Damit würden Unternehmenskooperationen erleichtert und die Rohstoffsicherheit der deutschen Industrie verbessert, erklärte BDI-Rohstoffexperte Ulrich Grillo.

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    7 Kommentare

    • Dela Wola  •  vor 3 Monaten
      wieso versteh ich nichts über Politik ?
      • Michael S vor 3 Monaten
        DAS frag' ich mich auch!!! Da hilft nur, sich möglichst gründlich und vielseitig zu informieren.
    • Michael S  •  vor 3 Monaten
      Ich kann nur noch den Kopf schütteln über Foristen, die dieses Abkommen kritisieren.
      Offensichtlich habt ihr KEINE AHNUNG, worum es geht. Die "seltenen Erden" sind Metalle, die nur in sehr geringen Mengen an wenigen Stellen auf der Erde vorkommen. Vor allem die Elektronik-Industrie benötigt sie dringend, z. B. können PCs, Handys, Smartphones usw. ohne diese Metalle nicht gebaut werden, obwohl man nur sehr geringe Mengen braucht. Das Hauptabbauland ist China, das bis vor einigen Monaten die "seltenene Erden" exportiert hat. Da die Volksrepublik aufgrund ihres Wirtschaftsbooms immer mehr dieser Metalle benötigt, wurde der Export massiv gedrosselt. Die dt. Industrie hat nun berechtigte Sorgen, keinen oder nur extrem teuren Nachschub zu bekommen. So ist es nur völlig LOGISCH und im Interesse unserer Arbeitsplätze NOTWENDIG, dass Politik und Wirtschaft GEMEINSAM IM DEUTSCHEN INTERESSE alles daransetzen, um dieses gefragte Material von anderen Ländern zu bekommen. Da ist es geradezu ein GLÜCKSFALL, dass der Liefervertrag mit Kasachstan geschlossen werden konnte. Ich danke Merkel und Westerwelle für ihre Unterstützung!!!
      Sicher ist die Missachtung der Menschenrechte in K. ein Problem, aber Merkel hat das Thema zumindest angesprochen und nicht unter den Tisch fallen lassen. Leider müssen hier unsere berechtigten Wirtschaftsinteressen Vorrang haben. Andererseits: Wenn wir mit allen Staaten, die die Menschenrechte nicht zu 100% einhalten, keine Wirtschaftsbeziehungen mehr pflegen würden, brächen Industrie und Handel massiv ein, denken wir nur an Russland, China, so manche arabische und afrikanische Staaten; selbst die USA sind kein Vorbild in der Einhaltung der Menschenrechte!!!
    • A W  •  vor 3 Monaten
      Ihr seid die wahren Heuchler....Wenn ihr dafür weiter jedes Jahr billig euren Elektronikmist kaufen könnt seid ihr doch glücklich.
      • Johannes vor 3 Monaten
        RICHTIG!
      • 0815 vor 3 Monaten
        Das ist bei den dummen Froschfressern auch nicht anders.
      • Michael S vor 3 Monaten
        AW: Erstens gehören heutzutage Elektronikartikel (ich denke nur an PCs, Smartphones, Handys) im Berufs- und Privatleben zum Alltag. Ein Leben ohne sie ist nicht mehr möglich.
        Zweitens hängen von deren Produktion und Verkauf Hunderttausende von Arbeitsplätzen in D. ab.
        Drittens wollen wir nicht, dass China ein Monopol auf "Seltene Erden" bekommt und mit seinen Elektronikartikeln den Weltmarkt beherrscht.
        SO EINFACH IST DAS! Da bin ich in deinen Augen GERNE ein Heuchler!
    • Yahoo! Benutzer  •  vor 3 Monaten
      geld stinkt nicht und solche geschäfte müssen sein,leider.
      wenigstens benennt merkel im beisein des grobschlächtigen minizaren die verhältnisse in kasachstan.
      der dreiste schröder hätte den kasachen als weiteren lupenreinen demokraten bezeichnet.
      mich wundert heute noch,was man diesem egozentriker alles hat durchgehen lassen.im vergleich zum BASTA ist herr wulf jemand, den man beim äpfelklauen erwischt hat und der nun dafür lebenslänglich kriegen soll.
    • Sohrab  •  vor 3 Monaten
      Das ist doch in Ordnung: Wirtschaftsverträge abschliessen, und in spätestens 20 Jahren werden genau diese Länder, wenn sie nichts mehr bringen, wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen bombardiert....
    • arkneu  •  vor 3 Monaten
      Die Wirtschaft geht notfalls über Leichen um ihre Interessen durchzusetzen
      An erster Stelle steht der Profit, dann kommt eine Weile gar nichts und dann eventuell eine Pflichtübung bezüglich den Menschenrechten. Vor allem ist es bemerkenswert, dass Rufe nach Durchsetzung von Menschenrechten um so leiser werden je rohstoffreicher bzw politisch bedeutsamer die betreffenden Länder sind. Man denke dabei nur an China und Kasachstan (Der Präsident ist ja heute bei Merkel). Andererseits ist man bei Kuba nicht so zurückhaltend- Kuba ist ein kleines Land, es hat Tabak, Zuckerrohr,Tourismus und Nickel.Darüber hinaus möchte man die USA nicht verärgern, die vor 50 Jahren ein Embargo gegen Kuba verhängt haben.
      Soviel zur Glaubwürdigkeit vieler Politiker in unserem Land.
      • Michael S vor 3 Monaten
        Du scheinst nicht zu begreifen, dass dieser Vertrag nicht nur der ominösen "Wirtschaft" hilft, sondern automatisch Hunderttausende von Arbeitsplätzen in D. sichert. ICH bin heilfroh, dass es unseren Politikern und Wirtschaftsleuten gelang, dieses Abkommen zu schließen. EIN GUTER TAG FÜR UNSER LAND!
        Und mit Kuba hat das überhaupt NICHTS zu tun (da hat ein Altlinker mal wieder ein Lieblingsthema hervorgekramt).
    • Ma.Ka.  •  vor 3 Monaten
      So wird bei Merkel geheuchelt. Syrien wird kritisiert und Kasachstan hofiert.
      • Ernst vor 3 Monaten
        Das ist typisch Frau Merkel.
      • Michael S vor 3 Monaten
        Stuss! In Syrien herrscht de facto Bürgerkrieg. Die Armee schießt mit Panzern und Hubschraubern auf die eigene Bevölkerung. Bisheriges Ergebnis: Mindestens 5600 Tote. Zum Glück kein Vergleich mit der Lage in Kasachstan, wobei Merkel mit Recht einen Untersuchungsausschuss gefordert hat, der die Menschenrechtsverletzungen überprüfen soll.
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