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    Merkel und Hollande fordern Zusammenwachsen Europas

    50 Jahre deutsch-französischer Freunschaft gewürdigt

    Vor dem Hintergrund der Eurokrise haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident François Hollande für ein weiteres Zusammenwachsen Europas ausgesprochen. Deutschland und Frankreich hätten dabei eine "besondere Verantwortung", betonte Merkel im baden-württembergischen Ludwigsburg. Hollande forderte seinerseits den Ausbau der EU zu einer "politischen und sozialen Union".

    Die Aussöhnung der beiden einstigen Erbfeinde Deutschland und Frankreich habe das Fundament für den europäischen Einigungsprozess geschaffen, sagte Merkel bei dem Festakt zum Gedenken an die historische Rede, die der damalige französische Präsident Charles de Gaulle im September 1962 in Ludwigsburg gehalten hatte. Nun stehe die EU vor "großen Herausforderungen", fügte Merkel vor hunderten Bürgern hinzu. Notwendig sei eine "nachhaltige Gesundung Europas". Daran würden Deutschland und Frankreich gemeinsam mit den anderen EU-Partnern arbeiten.

    An die zahlreichen Jugendlichen im Ehrenhof des barocken Schlosses von Ludwigsburg appellierte Merkel, sich von der "Zukunftsfreude" der Gründerväter der deutsch-französischen Aussöhnung, dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und de Gaulle anstecken zu lassen. "Das Europa von morgen liegt in Euren Händen". De Gaulles Rede vor einem halben Jahrhundert gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, der am 22. Januar 1963 im Pariser Elysée-Palast unterzeichnet wurde.

    Wie zuvor Merkel würdigte auch Hollande die "Weitsicht" Adenauers und de Gaulles. Sie hätten mit der deutsch-französischen Aussöhnung den Frieden in Europa für immer besiegeln wollen. Weniger als 20 Jahre nach Ende des "schrecklichsten weltweiten Konflikts" sei dazu viel "Kühnheit" notwendig gewesen, betonte der sozialistische Staatschef. Viel Kühnheit bedürfe es auch heute, wo Europa in einer "tiefen moralischen und politischen Krise" stecke. Notwendig sei der Aufbau einer haushaltspolitischen, politischen und sozialen Union sowie einer Bankenunion.

    Nach einem Treffen mit Hollande im nahegelegenen Asperg sagte Merkel, sie beide hätten in der Frage einer Fusion des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS mit dem britischen Unternehmen BAE noch keine Entscheidung getroffen. Hollande erklärte, Deutschland und Frankreich würden bei diesem Thema eng zusammenarbeiten.

    Hollande drängte auf eine möglichst rasche Einführung einer europäischen Bankenaufsicht. Merkel sagte, sie wolle die Aufsicht nicht "auf die lange Bank schieben", doch die Qualität müsse gesichert sein. Die Bankenaufsicht soll verhindern, dass durch laxe nationale Aufsicht mitverursachte Probleme den gesamten europäischen Finanzsektor ins Wanken bringen.

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