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    Monti muss Italiens Haushaltsdefizit korrigieren

    Neuverschuldung bei zwei statt bei 1,3 Prozent

    Anlässlich eines Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Rom hat Italiens Ministerpräsident Mario Monti die Prognose seiner Regierung für das diesjährige Haushaltsdefizit nach oben korrigiert. Monti sagte, er rechne nunmehr mit einer Neuverschuldung von zwei Prozent, wohingegen die bisherige offizielle Prognose bei 1,3 Prozent lag. Monti und Merkel zeigten sich zu gemeinsamem Handeln entschlossen.

    Das italienische Statistikamt teilte vor dem Treffen Merkels und Montis mit, dass das staatliche Defizit im ersten Quartal auf acht Prozent geklettert war. Dafür sind vor allem die hohen Zinsen bei der Neuausgabe von Staatsanleihen verantwortlich. Im Gesamtjahr 2011 lag das Haushaltsdefizit bei 3,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Wegen des Misstrauens der Märkte gegenüber der Verlässlichkeit italienischer Staatsanleihen ist die Regierung in Rom an einem starken Zusammenhalten in der Eurozone interessiert. Monti räumte ein, Rom blicke auf "Jahrzehnte nicht gerade rigoroser Haushaltspolitik zurück".

    Der italienische Regierungschef unterstrich, mit dem neuen Wert von zwei Prozent Neuverschuldung liege sein Land immer noch bei der Hälfte des Durchschnittswertes aus den EU-Ländern. Der parteilose Ministerpräsident zeigte sich entschlossen, das Staatsdefizit zu verringern.

    Beide Seiten seien "fest entschlossen", die Schwierigkeiten in der EU "gemeinsam zu überwinden", sagte Merkel. Bei den EU-Gipfeln sei es regelmäßig so, "dass jedes Land seine Interessen geltend macht" und dass am Ende doch "nur einstimmig" Beschlüsse gefasst werden könnten.

    Bis zu den Wahlen im kommenden Jahr, wenn sowohl in Italien als auch in Deutschland Parlamentswahlen anstehen, unterstützten sich die Regierungen gegenseitig - "jeder Tag zählt", ergänzte die Kanzlerin. An den Regierungskonsultationen in Rom beteiligten sich außer Merkel fünf Minister der Bundesregierung, darunter Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

    Monti hatte beim EU-Gipfel vor knapp einer Woche Zugeständnisse von Deutschland bei der Verwendung der Euro-Rettungsfonds erzwungen. Unter anderem setzte er durch, dass der ESM Staatsanleihen aufkaufen kann, um so die Zinsen für angeschlagene Länder wie Italien oder Spanien zu senken.

    Italien ächzt unter einer Schuldenlast von mehr als 1,9 Billionen Euro. Die Regierung in Rom will 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Hierfür wurden bereits das Renteneintrittsalter angehoben, Ausgaben gekürzt und vor allem die Mehrwert- und Immobiliensteuer erhöht.

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