Vor dem Euro-Krisengipfel haben Paris und Berlin um eine gemeinsame Position zur Eindämmung der griechischen Schuldenkrise gerungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfing Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy in Berlin, um Meinungsverschiedenheiten auszuräumen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso rief die Euro-Länder eindringlich auf, bei dem Treffen am Donnerstag konkrete Beschlüsse zu treffen.
Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert gab es "auf beiden Seiten die Zuversicht", sich auf eine gemeinsame Linie einigen zu können. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" vereinbarten Merkel und Sarkozy das Treffen, weil sie in einem Telefonat am Dienstagabend keine gemeinsame Haltung finden konnten. Während Merkel weiterhin auf einer Beteiligung der privaten Gläubiger bestehe, befürworte Sarkozy eine Bankenabgabe zugunsten der Griechenland-Hilfe, schrieb die Zeitung. EU-Kommissionspräsident Barroso sagte, "niemand sollte sich irgendwelchen Illusionen" über den Ernst der Lage hingeben. Der Portugiese forderte, der Gipfel müsse "mindestens Klarheit" bringen über Schritte zur Absicherung der Finanzlage Griechenlands, über die Höhe der Beteiligung des Privatsektors sowie die Rolle des Euro-Rettungsfonds. Er rief alle Beteiligten zur Zusammenarbeit auf und erwähnte neben den Euro-Ländern ausdrücklich auch die Europäische Zentralbank (EZB). Auch der griechische Regierungssprecher warnte in Athen, der Gipfel werde "über die Zukunft Griechenlands und Europas bestimmen". Bei dem Treffen soll es um ein zweites Hilfspaket für das hochverschuldete Griechenland gehen, an dem diesmal auch private Gläubiger beteiligt werden sollen. Das ist jedoch technisch kompliziert. Die Ratingagenturen drohen damit, eine solche Beteiligung als Zahlungsausfall Griechenlands zu werten. Dadurch drohen ernsthafte Turbulenzen an den Finanzmärkten. Der EZB-Chefökonom Jürgen Stark betonte erneut, dass die EZB keine Lösungen akzeptieren werde, die von den Märkten als teilweiser Zahlungsausfall gesehen würden. Der "Börsen-Zeitung" sagte Stark, er sehe "persönlich" keinen Zahlungsausfall, wenn der Euro-Rettungsfonds (EFSF) griechische Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt aufkaufe. Es bestehe aber die Gefahr, dass Marktteilnehmer dies anders interpretieren würden. uvs/mtEntdecken Sie Yahoo! mit Ihren Freunden
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