Frankfurt/Main (dapd). Im festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben mehrere Zehntausend Beschäftigte ihre Warnstreiks am Mittwoch fortgesetzt. Am Tag nach den ergebnislosen Verhandlungen im wichtigen Bezirk Baden-Württemberg legten bis zum Mittag bundesweit rund 60.000 Mitarbeiter aus 380 Betrieben die Arbeit nieder, wie die IG Metall in Frankfurt am Main mitteilte. Im Tagesverlauf sollten weitere Ausstände folgen.
In Hannover endeten Verhandlungen für Niedersachsens Metallbranche am Mittwoch ebenfalls ohne Resultat. Die Arbeitgeber hätten "nichts substanziell Neues" gesagt, erklärte der Verhandlungsführer der IG Metall, Hartmut Meine. Zudem sei ein weiterer Verhandlungstermin verweigert worden. "Die Uhr tickt. In der Woche vor Pfingsten muss es zu einem Ergebnis kommen, sonst drohen Urabstimmung und Streik", sagte Meine.
In Zweibrücken blieben die Tarifgespräche für den Bezirk Mitte mit Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und dem Saarland auch ergebnislos. "Die IG Metall muss sich jetzt von ihren Maximalforderungen wegbewegen", sagte der dortige Vertreter der Arbeitgeber, Eduard Kulenkamp. Die Gewerkschaft sitze zwar am Verhandlungstisch, sei mit ihren Gedanken jedoch bei Streiks und Kundgebungen auf der Straße. "So lässt sich aber kein Konsens finden", erklärte er.
Die IG Metall verlangt 6,5 Prozent mehr Geld für die 3,6 Millionen Beschäftigten von Deutschland wichtigster Industriebranche. Zudem fordert die Gewerkschaft die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten sowie mehr Mitsprache bei Leiharbeit. Die Arbeitgeber von Gesamtmetall bieten bisher drei Prozent mehr Lohn über 14 Monate. Die weiteren Forderungen der IG Metall lehnen sie ab.
In Baden-Württemberg waren die Gespräche am Dienstag auf den 15. Mai vertagt worden. In dem Bezirk waren schon früher Pilotabschlüsse für die gesamte Branche geglückt.
Ein Schwerpunkt der Streiks am Mittwoch war Nordrhein-Westfalen. Bei Opel in Bochum legten dabei 2.000 Beschäftigte die Arbeit zeitweilig nieder. Warnstreiks gab es auch unter anderem in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
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