Erstmals in seiner Unternehmensgeschichte hat der US-Technologieriese Microsoft einen Quartalsverlust hinnehmen müssen. Als Folge von Abschreibungen verbuchte der Konzern im abgelaufenen vierten Quartal seines Geschäftsjahres ein Minus von 492 Millionen Dollar (401 Millionen Euro), wie Microsoft mitteilte. Der Internet-Konzern Google meldete für das vergangene Quartal einen Gewinn von knapp 2,8 Milliarden Dollar.
Microsoft steigerte den Zahlen zufolge im gesamten Geschäftsjahr seinen Umsatz um fünf Prozent auf 73,7 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieb davon noch ein Plus von knapp 17 Milliarden Dollar hängen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Jahresgewinn rauschte damit allerdings im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel nach unten.
Hauptursache für den Verlust im vierten Quartal ist eine Abschreibung über 6,2 Milliarden Dollar, die das Unternehmen bereits im Juni bekannt gegeben hatte. Sie ist das Ergebnis eines verunglückten Geschäfts aus dem Jahr 2007: Damals übernahm Microsoft die Online-Werbefirma aQuantive, um mit ihr den großen Wurf in Sachen Internet-Werbung zu landen. Doch der Angriff auf die Internet-Konkurrenten Yahoo und Google ging schief.
Zum neuen Geschäftsjahr lenkt das Unternehmen die Aufmerksamkeit daher lieber wieder auf seine Verkaufsschlager. "Wir nähern uns mit großen Schritten der aufregendsten Saison der Markteinführungen in der Geschichte von Microsoft", versprach Vorstandschef Steve Ballmer. "Im kommenden Jahr werden wir die neuen Versionen von Windows, Office, Windows Server, Windows Phone und zahlreiche weitere Produkte und Services auf den Markt bringen", erklärte er. Das Betriebssystem Windows 8 soll ab 26. Oktober erhältlich sein. Die neue Office-Version soll unmittelbar danach folgen.
Der Internetriese Google schaffte im vergangenen Quartal einen deutlichen Gewinn: Im zweiten Quartal seines laufenden Geschäftsjahrs erwirtschaftete der Konzern unterm Strich knapp 2,8 Milliarden Dollar. Dies entspricht dem Konzern zufolge einem Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum ersten Viertel des Jahres. Der Umsatz stieg demnach um 35 Prozent auf gut 12,2 Milliarden Dollar (etwa 9,9 Milliarden Euro).
Google führte die positive Entwicklung unter anderem auf steigende Werbeerlöse und die im Mai abgeschlossene Übernahme des Handyherstellers Motorola Mobility zurück. "Dieses Quartal ist auch deshalb ein besonderes, weil Motorola jetzt Teil der Google-Familie ist", erklärte Vorstandschef Larry Page.
Im Mai hatte Google Motorola Mobility für knapp 13 Milliarden Dollar gekauft und sich damit einen bedeuteten Hersteller von Smartphones und anderen internetfähigen Geräten gesichert. Das war in wichtiger Schritt im engen Konkurrenzkampf mit dem Wettbewerber Apple.





