Die US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von 28 spanischen Banken herabgestuft. Die Bonitätsnoten wurden je nach Geldinstitut um ein bis vier Stufen gesenkt, wie Moody's in New York mitteilte. Moody's begründete die Entscheidung mit den zu erwartenden steigenden Verlusten aus der Immobilienkrise sowie der gesunkenen Kreditwürdigkeit Spaniens insgesamt.
Die Banken des Landes befinden sich nach dem Platzen einer Immobilienblase in einer schwierigen Situation. Die spanische Wirtschaft schrumpfte zu Jahresbeginn das zweite Quartal in Folge, womit das Land sich wieder in der Rezession befindet. Die Arbeitslosenrate liegt derzeit bei mehr 24 Prozent.
Am Montag hatte Spanien offiziell Finanzhilfen der Eurozone beantragt. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos nannte in einem Brief an Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker aber keine genaue Summe, die das Land für den angeschlagenen Bankensektor braucht. Spaniens Zentralbank hatte vor wenigen Tagen einen Bedarf von bis zu 62 Milliarden Euro genannt. Die Euroländer hatten Madrid zuvor eine Unterstützung von bis zu hundert Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Auch die Regierung Zyperns stellte am Montag einen offiziellen Antrag auf Finanzhilfen der Eurozone. Die Finanzhilfen sollten die Risiken des angeschlagenen Finanzsektors für die zyprische Wirtschaft "zügeln", hieß es in dem Antrag. Es war aber zunächst nicht klar, ob Zypern - wie Spanien - die Hilfen nur für seinen Bankensektor benötigt.


