Vor einem Militärtribunal in Guantanamo sind am Samstag der als Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 verdächtigte Khalid Sheikh Mohammed und seine vier Mitangeklagten erschienen. Chefankläger Mark Martins sagte vor dem Tribunal in dem US-Gefangenenlager auf Kuba, die Anklage sei bereit, "das Verfahren gegen Khalid Sheikh Mohammed fortzusetzen".
Neben dem aus Kuwait stammenden Mohammed, der als Chefplaner des Al-Kaida-Anführers Osama bin Ladens galt, müssen sich der Saudiaraber Mustafa Ahmad Al-Hawsawi, der Pakistaner Ali abd Al-Aziz Ali sowie die Jemeniten Ramzi Binalshibh und Walid bin Attash für eine Verwicklung in die Anschläge verantworten. Ihnen droht die Todesstrafe.
Bei den Attacken mit gekaperten Passagierflugzeugen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington starben fast 3000 Menschen. Am Samstag soll die Anklage verlesen werden. Bis zum Beginn der Hauptverhandlung könnten allerdings noch Monate vergehen. Mohammed gestand seine Beteiligung an den Anschlägen von 9/11, doch seine Aussagen wurden vermutlich unter Folter erzwungen.
Das Verfahren gegen die fünf Männer, die zwischen 2002 und 2003 festgenommen wurden, hatte unter der Regierung von US-Präsident George W. Bush begonnen. Dessen Nachfolger Barack Obama hatte das Verfahren wegen der rechtsstaatlichen Bedenken gegen die Militärprozesse in Guantanamo zunächst gestoppt. Er scheiterte jedoch mit seinem Vorhaben, den Angeklagten vor einem Bundesgericht in Manhattan den Prozess machen zu lassen.
Vor gut einem Jahr erlaubte Obama dann neue Militärprozesse in Guantanamo. Durch brutale Verhörmethoden erzwungene Aussagen wie das Geständnis von Mohammed sind nun nicht mehr zulässig. Osama bin Laden wurde am 2. Mai 2011 von einem US-Sonderkommando in seinem Versteck in Pakistan getötet.

