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    Die mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September

    Kurzbiographien der in Guantanamo angeklagten "Gitmo Five"

    Zur Verlesung der Anklage erscheinen die fünf mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 am Samstag erstmals seit Jahren wieder vor Gericht. Der "Gitmo Five" genannten Gruppe um den mutmaßlichen Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed soll vor einem Sondertribunal im umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo der Prozess gemacht werden. Bei einer Verurteilung droht den Männern die Todesstrafe.

    KHALID SHEIKH MOHAMMED war dem 9/11-Untersuchungsbericht der US-Regierung zufolge der Hauptarchitekt der Terroranschläge. Der gebürtige Kuwaiter schloss sich bereits in seiner Jugend islamistischen Gruppen an. In den 80er Jahren kämpfte der gelernte Ingenieur gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan und war Anfang der 90er Jahre an der Seite der muslimischen Bosnier im Balkan-Krieg aktiv. Nach seiner Festnahme 2003 in Pakistan wurde der heute 46-Jährige in geheimen CIA-Gefängnissen mehr als 180 Mal mit dem als Folter angesehenen Waterboarding verhört. Seit September 2006 sitzt er in Guantanamo.

    RAMZI BINALSHIBH war in den Monaten vor den Anschlägen das Bindeglied zwischen den Flugzeugattentätern und der Al-Kaida-Führung in Afghanistan und Pakistan. Der im Jemen geborene Binalshibh zählte zur "Hamburger Zelle" um den 9/11-Attentäter Mohammed Atta, den er 1997 in einer Moschee der Hansestadt kennengelernt hatte. Der heute 40-Jährige war selbst als Flugzeugattentäter eingeplant, erhielt aber kein Einreisevisum für die USA. Binalshibh gilt als Cheflogistiker der "Hamburger Zelle" und wurde 2002 in Pakistan gefasst.

    ALI ABDUL-AZIZ ALI ist der Neffe des Hauptangeklagten Khalid Sheikh Mohammed und Vetter von Ramzi Youssef, dem Drahtzieher des Bombenanschlags auf das World Trade Center 1993. Der etwa 35-Jährige wurde in Pakistan geboren und ließ sich 1998 in Dubai nieder, wo er als Computerprogrammierer arbeitete. Er soll Geld für die Pilotenausbildung der Attentäter in die USA überwiesen haben. Sein Antrag auf ein US-Einreisevisum wurde zwei Wochen vor den Anschlägen abgelehnt. Gefasst wurde Ali im April 2003 in Pakistan.

    WALID BIN ATTASH entstammt einer jemenitischen Familie, die in Saudi-Arabien lebte und enge Verbindungen zur Familie von Osama bin Laden unterhielt. Attash schloss sich schon als Teenager radikalislamischen Gruppen an. Im Jahr 1997 verlor er im Kampf in Afghanistan sein rechtes Bein. Der heute etwa 31-Jährige soll auch den Anschlags auf das US-Kriegschiff "USS Cole" mitgeplant haben, bei dem 2000 vor der jemenitischen Küste 17 Soldaten starben. Attash soll mehrere der 9/11-Attentäter in Terrorlagern in Afghanistan ausgebildet haben. Im April 2003 wurde er zusammen mit Ali in Pakistan festgenommen.

    MUSTAFA AL-HAWSAWI gilt als alter Weggefährte seines Landsmanns Osama bin Laden, dem er über viele Jahre als Finanzchef gedient haben soll. Von Hawsawis Konto wurden große Summen an Mohammed Atta nach Hamburg überwiesen, die der Finanzierung der Terroranschläge gedient haben sollen. Außerdem soll der heute 43-jährige Saudi wie Binalshibh den Kontakt zwischen Chefplaner Mohammed und den Attentätern aufrecht erhalten haben. Spezialkräfte nahmen Hawsawi im März 2003 zusammen mit Mohammed in einer Villa in Pakistan gefangen.

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