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    Nach mehr als 30 Jahren neue Spur im Fall des kleinen Etan Patz

    New York (dapd). Vor mehr als 30 Jahren verschwand der kleine Etan Patz auf dem Weg zum Schulbus in New York - nun hat die Polizei eine neue Spur. Die Ermittler gruben am Wochenende den Kellerfußboden eines Hauses in Manhattan auf, unter dem sich möglicherweise die Überreste des Sechsjährigen befinden könnten. In den vergangenen Jahrzehnten liefen die Ermittlungen stets ins Leere, obwohl das Bild des Jungen als eines der ersten eines vermissten Kindes auf Milchpackungen gedruckt, tausende Flugblätter in der Stadt verteilt und Hunderte mögliche Zeugen befragt wurden.

    Der Kellerraum im Stadtteil SoHo wurde im Mai 1979, als Etan auf dem Weg zur Schule verschwand, von einem Handwerker aus der Nachbarschaft genutzt, der mit der Familie Patz bekannt war. Er liegt etwas abseits, ist aber von der Straße leicht zugänglich. Der Handwerker ist heute 75 Jahre alt und lebt in Brooklyn. Er hat sich öffentlich nicht geäußert. Sein Anwalt sagte jedoch vor Journalisten, sein Mandant kooperiere mit den Ermittlungen und sei in den tragischen Fall nicht verwickelt.

    Bis Samstag hatten die Ermittler den Fußboden mit Presslufthammern und Sägen aufgebrochen. Sie wollten sich nicht dazu äußern, ob sie etwas gefunden hatten. Rund 50 Beamte waren im Einsatz, darunter Forensiker und Anthropologen.

    Hauptverdächtiger vor der Freilassung

    Die Bundespolizei FBI und die New Yorker Polizei versuchen seit fast 33 Jahren vergeblich herauszufinden, was Etan an diesem Tag passierte, als er das erste Mal allein zur Bushaltestelle ging. Ihr Hauptverdächtiger war lange Jose Ramos, ein inhaftierter Pädophiler, der eine Babysitterin der Patz' flüchtig kannte. Ramos verbüßt zurzeit die letzten Monate einer Haftstrafe wegen Missbrauchs eines achtjährigen Jungen. Er hat die Anschuldigungen zurückgewiesen. Seine bevorstehende Freiheit war nach Angaben aus Ermittlerkreisen ein Faktor, der die Polizei dazu brachte, den Fall erneut zu untersuchen.

    "Wir werden nicht aufhören"

    "Wir sind 33 Jahre nach seinem Verschwinden hier, und wir werden nicht aufhören", sagte FBI-Sprecher Tim Flannelly. Die Spur sei jedoch nur eine von vielen. Die Ermittler befragten kürzlich den Handwerker erneut. Daraufhin sei beschlossen worden, das Gebäude in Manhattan noch einmal unter die Lupe zu nehmen, verlautete aus Polizeikreisen. Polizeichef Raymond Kelly erklärte, Leichenspürhunde des FBI hätten im Keller angeschlagen. Darum werde nun der Fußboden aufgegraben.

    Schon damals war der Handwerker befragt worden. Damals war den Polizisten der frische Zementfußboden im Keller aufgefallen. Die Räume wurden durchsucht, der Boden aber nicht aufgestemmt. Außerdem nannte der Handwerker den Ermittlern ein Alibi, das nun ebenfalls neu geprüft wird.

    Eltern wollen sich nicht äußern

    Etans Eltern Stanley und Julie Patz leben noch immer in der Wohnung von damals, auch ihre Telefonnummer haben sie nicht geändert. Auf einem Schild an ihrer Tür hieß es am Freitag: "An die hart arbeitenden und geduldigen Medienvertreter, die Antwort auf all Ihre Fragen lautet zu dieser Zeit kein Kommentar. Bitte hören Sie auf, an unserer Tür zu klingeln und uns anzurufen."

    Die Familie ließ Etan 2001 für tot erklären, um Ramos vor einem Zivilgericht verklagen zu können. Er wolle nicht länger auf Gerechtigkeit warten, sagte der Vater damals. 2004 machte ein Zivilgericht Ramos verantwortlich für das Verschwinden und den möglichen Tod des Jungen. Im Verfahren weigerte sich Ramos, Fragen zu beantworten.

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