WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Nach Motorrad-Diebstahl: Falsche Todesmeldung schockt Ehefrau

    Es ist vielleicht der größte Albtraum jedes Familienmenschen: dass eines Tages Polizisten mit Grabesmine vor der Tür stehen und ein Gespräch beginnen mit: "Sie sollten sich jetzt besser setzen." Genau das geschah der  Kanadierin Melody Hall. Nach einem grausamen Motorradunfall überbrachten ihr Polizisten die erschütternde Nachricht vom Tod ihres Ehemannes. Dachten sie zumindest. In Wahrheit aber saß zum Zeitpunkt des Unfalls ein anderer Mann auf der Maschine. Halls Ehegatte ist quicklebendig. Mit ihren vorschnellen Schlüssen hatten die Beamten der Frau den Schock ihres Lebens verpasst.
     
    Melody Hall mit ihrem Ehemann. (ABC News)Am Dienstagmorgen klingelte es an Melody Halls’ Tür in der kanadischen Ortschaft Medicine Hat. Vor dem Haus standen zwei Polizeibeamte und ein Trauerbegleiter. Sie traten ein und rieten der 31-Jährigen, sich hinzusetzen. Dann fragten sie Hall, ob ihr Ehemann tätowiert sei. Nachdem sie ihre Frage mit einem „Ja“ beantwortete, teilten sie der Frau mit, ihr Mann sei in der vergangenen Nacht an den Folgen eines Motorradunfalls gestorben.

    Die Kanadierin reagierte, wie es viele Menschen  in diesem Moment tun. Sie sagte, das muss ein Irrtum sein. Und sie hatte Recht.

    Der Unfall, so die Beamten weiter, habe sich um ein Uhr nachts ereignet. Das machte die geschockte Kanadierin misstrauisch. „Sobald sie das gesagt hatten, wusste ich, dass etwas nicht stimmte… Schließlich hatte ich meinen Ehemann zuletzt um sieben Uhr morgens gesehen“, sagte Hall dem TV-Sender „ABC News“. Im weiteren Gespräch ergab sich zudem, dass der Tote auf Brust und Rücken tätowiert war – die Tattoos von Halls Ehemann hingegen befinden sich auf einem Unterarm und einer Wade. 

    Daraufhin begleitete die 31-Jährige die Polizisten in die angrenzende Garage, um nach dem Motorrad zu sehen. „Tatsächlich stand die Tür zu unserem Schuppen offen und das Schloss daran fehlte“, so Hall gegenüber dem TV-Sender. Die Maschine und der Motorradhelm waren weg. Erst da zogen die Beamten neue Schlüsse: Das Motorrad musste in der Nacht gestohlen worden sein. Und vermutlich war es der Dieb, der durch den Unfall starb, nicht der Eigentümer. Zwar wurde die Identität des Diebes bisher nicht preisgegeben, doch Hall sagte gegenüber „ABC News“, es handle sich dabei wohl um einen Nachbarn.

    Lesen Sie auch: Komapatient weint nach Telefonat mit Verlobter

    „Wir haben uns alle Mühe gegeben, das Unfallopfer mithilfe der Informationen zu identifizieren, die uns zum damaligen Zeitpunkt  zur Verfügung standen“, teilte die Polizeibehörde von Medicine Hat in einem öffentlichen Statement mit. Darüber hinaus entschuldige man sich für die Verwechslung. Man werde die Vorgehensweise bei der Informierung der Angehörigen nach einem Unfall noch einmal überdenken, heißt es weiter.

    Entgegen der anfänglichen Annahme der Polizisten, ist der rechtmäßige Besitzer des Motorrades wohlauf. Zumindest körperlich. „Er ist sehr aufgewühlt, weil sein Motorrad gestohlen wurde. Und weil jemand damit ums Leben gekommen ist,“ so die 31-Jährige über ihren Ehemann.



    Für Fans spannender Entdeckungen: Die neue Science News Show von Yahoo! und Welt der Wunder:

    Weitere Folgen der Show finden Sie hier.

    Quizaction