Nach dem Wahldebakel der nordrhein-westfälischen CDU bleibt Karl-Josef Laumann Chef der CDU-Landtagsfraktion. Er wurde von der 67-köpfigen Fraktion einmütig wiedergewählt, wie ein Fraktionssprecher mitteilte. Als Fraktionsvize wurde Armin Laschet bestätigt. Laumann und Laschet gelten als mögliche Kandidaten für die Nachfolge von CDU-Landeschef Norbert Röttgen, der nach dem CDU-Desaster bei der NRW-Wahl am Sonntag seinen Rücktritt angekündigt hatte. Die beiden möglichen Anwärter ließen weiter offen, ob sie sich für den Landesvorsitz bewerben.
Klarheit über die Kandidaten für die Nachfolge von Röttgen soll es Mitte nächster Woche geben. Spätestens auf einer Landesvorstandssitzung am Mittwoch kommender Woche sollen die Kandidaten ihre Bewerbung bekannt geben, wie Laumann nach der Fraktionssitzung sagte. Auf die Frage nach einer möglichen eigenen Kandidatur für die Röttgen-Nachfolge sagte Laumann, er wolle die nächsten Tage zum Überlegen nutzen.
Auch Laschet sagte im Deutschlandradio Kultur, es sei "noch zu früh", um abschließend zu einer möglichen Kandidatur Stellung zu nehmen. Erst seien Gespräche mit der Basis und den Parteigremien nötig, "um dann zu sagen, kommen wir zu einer einvernehmlichen Lösung: Wer wäre jetzt der Beste? Soll Partei- und Fraktionsvorsitz zusammengelegt werden?" Diese Fragen seien von so großer Bedeutung, "dass wir uns da vorgenommen haben, ein paar Tage noch nachzudenken, ehe man dann seinen Hut in den Ring wirft".
Der neue CDU-Landeschef soll am 30. Juni bei einem außerordentlichen Landesparteitag gewählt werden. Umstritten ist derzeit in der Landes-CDU, ob die Chefposten in Fraktion und Landesverband in eine Hand gelegt werden sollen. Der CDU-Landesvorstand hatte am Montagabend einvernehmlich beschlossen, dass mit der Fraktionsvorsitzenden-Wahl vom Dienstag keine Weichenstellung für den Landesvorsitz verbunden sein soll.
Die CDU hatte mit Röttgen an der Spitze bei der Landtagswahl am Sonntag mit 26,3 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis in Nordrhein-Westfalen eingefahren. Röttgen, der auch Bundesumweltminister ist, kündigte daraufhin an, dass er bei dem Parteitag Ende Juni nicht wieder als Landesvorsitzender kandidieren werde.




