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    Nahles rechnet nicht mit rot-roten Koalitionen im Nordwesten und Berlin

    Berlin (dapd). SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hält es wegen der Querelen um die Führungsspitze der Linkspartei für abwegig, dass nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und der Abgeordnetenhauswahl in Berlin Bündnisse zwischen SPD und Linkspartei zustande kommen.

    "Die unsäglichen Äußerungen der Bundesspitze der Linkspartei, Frau Lötzsch und Herrn Ernst, haben die Wahrscheinlichkeit nicht erhöht, dass in Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern neue Regierungen aus SPD und Linkspartei entstehen - auch wenn etwa in Berlin die Spitzenleute diese Aussagen scharf kritisiert haben", sagte Nahles der "Berliner Morgenpost" (Mittwochausgabe).

    Die Frage nach rot-roten Koalitionen werde sich künftig aber sowieso seltener stellen, sofern die Linkspartei in den Umfragen weiter absinke. Die Äußerungen Lötzschs zum Mauerbau und das Glückwunschschreiben an Fidel Castro hätten der Linkspartei gewaltig geschadet.

    Gleichzeitig warf Nahles der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Renate Künast vor, gemeinsam mit CDU-Chefin Angela Merkel einen neuen schwarz-grünen Modellversuch in Berlin vorzubereiten. "Frau Künast weiß genau, dass sie in Berlin nur noch mithilfe der CDU Regierende Bürgermeisterin werden kann. Und Angela Merkel befördert das hinter den Kulissen nach Kräften, weil sie weiß, dass sie keine andere Option mehr hat, um Kanzlerin zu bleiben", sagte Nahles der Zeitung.

    Schließlich sei eine Neuauflage von Schwarz-Gelb im Bund nach 2013 "ja inzwischen völlig unrealistisch geworden". Merkel müsse also einen neuen Partner finden, "wenn sie auch nur den Hauch einer Chance haben will, nach der nächsten Wahl an der Macht zu bleiben". Nahles sagte: "Nach dem Scheitern von Schwarz-Grün in Hamburg ist Berlin da die einzige Chance, eine mögliche Grundlage für ein solches Bündnis zu schaffen. Daran sind auch manche bei den Grünen interessiert."

    dapd

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    3 Kommentare

    • Der Gerechte  •  vor 8 Monaten
      Wer nimmt denn ein Wort von Frau Nahles noch ernst, SPD nur sich selbst verpflichtet und ans eigene Wohl denken. Bürger nein Danke. SPD und Grüne und Linke zur Zeit absolut nicht wählbar.
    • Groschi Barockmöbelfan  •  vor 8 Monaten
      "Dieses geschah aus reinem politischem Kalkül, nicht durch eine geänderte Haltung gegenüber der Kernenergie."
      Genau. Die wenigsten Politiker machen etwas aus innerer Überzeugung. Wählerstimmen stehen an allererster Stelle.
    • Buck  •  vor 8 Monaten
      Die Zukunft wird es zeigen. Allerdings sieht es so aus, dass die CDU keine andere Möglichkeit mehr hat, als mit den Grünen zusammenzugehen. Die FDP hat sich ja als dermaßen regierungsunfähig gezeigt, das die Koaltion mit ihr den Koalitionspartner schädigt.
      In diesem Zusammenhang ist auch der Schwenk weg von der Kernenergie zu sehen.
      Fukushima war nur der Anlass für die Kanzlerin, ihre Politik grüner auszurichten.
      Dieses geschah aus reinem politischem Kalkül, nicht durch eine geänderte Haltung gegenüber der Kernenergie. Die Grünen müssen vorsichtig sein, wenn sie nochmals ein schwarz-grünes Bündnis wagen sollten.
      Was die Linkspartei betrifft wird es wohl weniger an den verunglückten Glückwunschbriefen liegen, sondern eher an der neuen Ausrichtung der SPD in der Sozialpolitik. Der SPD gelingt es nach langer Zeit wieder dieses Thema verstärkt zu besetzen, nach dem die rot-grüne Regierung damals begonnen hat, das Sozialsystem durch Hartz IV zu demontieren. Auch ist die damalige rot-grüne Regierung verantwortlich für Steuersenkungen, wie sie selbst die schwarz-gelbe Koalition unter Kohl nicht gewagt hat. Sollte es 2013 zu einer rot-grünen Koalition kommen, steht diese Regierung in einer Art "verschärften Garantenhaftung" für ein besseres Sozialsystem. Sollte es dann der SPD nicht gelingen bessere soziale Leistungen zu bringen, wird sie entgültig als "Partei der kleinen Leute" gescheitert sein. Sie würde in einem solchen Fall zu einer zweiten FDP werden. Ein solcher Vorgang würde die Linkspartei extrem stärken, weil die Wähler wie damals nach der Schröderschen Politik reihenweise zu der Linkspartei überlaufen würden. Die Linkspartei wäre in einem solchen Fall die einzige verbliebene Partei, der man noch zutraut, die Interessen der sozial Schwachen zu vertreten.
      Mit der nächsten Bundestagswahl wird die SPD nach diesem Desaster bei schwarz-gelb eine Chance erhalten, die es so schnell nicht wieder gibt. Sie muss die verfehlte Sozialpolitik zurücknehmen und Steuererhöhungen für die Besserverdienenden durchführen.
      Darüber hinaus könnten sich die Grünen auch als Klotz erweisen bei einer rot-grünen Koalition.
      Die Grünen könnten wieder für eine Belastung der sozial Schwachen durch eine ungehemmte Entwicklung bei den Erneuerbaren Energien sein. So wie ich manchen Grünen kennengelernt haben steht der Ausbau der Erneubaren Energien vor der Frage der Kosten. Im Aufwind von Fukushima haben sie leider die Kosten des Umbaus übersehen. So notwendig der Umbau auch sein mag, hier steht der SPD noch die große Aufgabe ins Haus, diese Kostensteigerung zu kontrollieren und sozial verträglich zu gestalten.