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    Nahost-Expertin rät von diplomatischer Eiszeit mit Syrien ab

    Hamburg (dapd). Nach der Ausweisung syrischer Botschafter aus zahlreichen Staaten warnt die Nahost-Expertin Margret Johannsen vor einer diplomatischen Eiszeit zwischen dem Westen und der Regierung von Präsident Baschar Assad. Ein Abbruch der Beziehungen sei nicht empfehlenswert, sagte die Politologin vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd. "Wenn man nicht miteinander reden kann, hat man noch weniger Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen."

    Sie erwarte nicht, dass die Ausweisung der Botschafter unter anderm aus Deutschland eine Weichenstellung hin zu einer militärischen Intervention des Westens in Syrien sei. "Es ist eine harte, eine scharfe diplomatische Maßnahme", die den Druck auf Assad erhöhe.

    Für eine gangbaren Weg halte sie ein Vorgehen, wie sie dem Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz, vorschwebe. Dabei werde Assad der Gang ins Exil eröffnet. "Mit anderen Worten, dem Despoten wird die Möglichkeit gegeben, das Land zu verlassen", sagte die Politologin.

    Ihrer Einschätzung nach kann Assad nicht mehr auf die uneingeschränkte Unterstützung Russlands und Chinas setzen - zumindest nicht in dem Maße wie noch vor einigen Wochen, fügte Johannsen hinzu. Das belege die Verurteilung des Massakers an Zivilpersonen in Hula seitens des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. In dem höchsten UN-Gremium haben beide Länder ein Vetorecht.

    Entscheidend wäre ein Stopp russischer Waffenlieferungen an Syrien, sagte Johannsen. "Das wäre ein Schritt, der Assad mehr zusetzen würde, als diplomatische Mittel, wie die Ausweisung von Diplomaten". Eine Bewaffnung der Opposition andererseits könne Syrien jedoch in einen langen und blutigen Bürgerkrieg stürzen.

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