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    Neue Runde der Atomgespräche zwischen Iran und IAEA in Wien

    Kontrolleure fordern erneut Zugang zu iranischen Atomanlagen

    Nach mehr als drei Monaten Pause haben der Iran und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wieder Gespräche über das umstrittene Atomprogramm des Landes geführt. An den zweitägigen Beratungen in Wien nahmen am Montag hinter verschlossenen Türen der iranische Gesandte bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, und IAEA-Chefinspekteur Herman Nackaerts teil. Die IAEA forderte zu Beginn der Gespräche erneut Zugang zu den iranischen Atomanlagen.

    IAEA-Chefunterhändler Nackaerts sagte vor Beginn der Gespräche in der iranischen Botschaft, es sei wichtig, "dass der Iran uns Zugang zu Menschen, Dokumenten, Informationen und Standorten gibt". Konkret geht es bei den Forderungen der IAEA vor allem um Kontrollbesuche in der Militäranlage Parschin bei Teheran, die bei der Behörde als möglicher Standort für Atomexperimente gilt.

    Ein Team von IAEA-Inspekteuren unter Leitung von Nackaerts hatte bereits bei zwei Besuchen im Iran im Januar und Februar nach Parschin reisen wollen, dafür aber keine Erlaubnis erhalten. Im März sagte IAEA-Generalsekretär Yukiya Amano, auf dem Stützpunkt seien "Aktivitäten im Gange", die baldmöglichst untersucht werden müssten. Der Iran will Kontrollen nur zustimmen, wenn auch eine Einigung über die "Modalitäten" der künftigen Zusammenarbeit mit der IAEA erreicht wird.

    Mehrere westliche Länder verdächtigen Teheran, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran bestreitet dies und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Zuletzt hatte sich der Konflikt weiter zugespitzt: Israel, das sich durch einen atomar bewaffneten Iran in seiner Existenz bedroht sieht, zieht einen Militärangriff gegen die iranischen Atomanlagen in Erwägung.

    Die Gespräche mit der IAEA in Wien gelten auch als wichtiger Test für neue Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland (5+1-Gruppe), die am Mittwoch kommender Woche in Bagdad beginnen. Das Treffen war Mitte April bei einer ersten Verhandlungsrunde in Istanbul vereinbart worden, die von beiden Seiten verhalten positiv bewertet wurde.

    Große Sorge bereitet der internationalen Gemeinschaft vor allem die unterirdische Urananreicherungsanlage Fordo, wo Uran auf 20 Prozent angereichert wird. Der Westen befürchtet, dass die Anlage später leicht dazu genutzt werden könnte, das Uran auf 90 Prozent anzureichern. Das reicht für den Bau einer Atombombe aus. In Bagdad könnte der Westen dem Iran möglicherweise anbieten, ihm die Anreicherung von Uran bis fünf Prozent zu erlauben, wenn Teheran im Gegenzug strengen Kontrollen zustimmt.

    Überschattet werden dürfte der Beginn der Gespräche in Bagdad vom Start eines iranischen Beobachtungssatelliten am selben Tag. Wie Raumfahrtminister Mehdi Farahi laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Montag bekanntgab, soll am 23. Mai der Satellit Fadschr (Morgenröte) ins All geschickt werden.

    Der Iran hatte erstmals im Februar 2009 einen Satelliten ins All gebracht und damit weitere Ängste bei der internationalen Gemeinschaft geschürt. Den westlichen Staaten zufolge könnte der Iran die Technologie zum Transport von Satelliten auch dazu verwenden, konventionelle oder Atomwaffen abzufeuern. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

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