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    Opel Astra wird ab 2015 nicht mehr in Rüsselsheim gebaut

    Entscheidung könnte Aus für Werk in Bochum bedeuten

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    Traurige Gewissheit für die Opel-Beschäftigten in Rüsselsheim: Ihr Werk verliert die Produktion des erfolgreichen Modells Astra, wie der Autobauer mitteilte. Die neue Generation des Autos wird ab 2015 nur noch in England und in Polen gebaut. Das wiederum könnte das Aus für das Werk in Bochum bedeuten, müsste es Produktionskapazitäten nach Rüsselsheim abgeben.

    Über das Aus der Astra-Produktion in Deutschland war tagelang spekuliert worden, nun gab Opel dann seine Entscheidung bekannt. Sie sei "durch einen neuen Tarifvertrag ermöglicht" worden, dem die Belegschaft im englischen Ellesmere Port am Mittwoch zugestimmt habe.

    Mit diesem Tarifvertrag könne das Unternehmen seine "Strukturkosten" senken, seine Flexibilität erhöhen und damit seine Wettbewerbsfähigkeit "deutlich verbessern", erklärte Opel. Laut Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, hatte Opel Anfang des Jahres ein Forderungspaket vorgelegt und von den Arbeitnehmern jedes Werks verlangt, auf Lohn zu verzichten, absolut flexibel zu sein und 30 Prozent Leiharbeit zuzulassen. Die Belegschaft in Ellesmere Port habe zugestimmt, "um selber am Leben zu bleiben".

    Das Werk im polnischen Gliwice (Gleiwitz) habe schon seit seiner Gründung 1998 "zu sehr wettbewerbsfähigen Kosten" produziert, erklärte Opel. Laut Einenkel spricht zudem die Nähe zum osteuropäischen Markt für das Werk. Beide Standorte werden den Astra künftig in drei statt bisher zwei Schichten produzieren.

    Opel werde in beide Werke 300 Millionen Euro investieren, teilte das Unternehmen mit, davon nach britischen Angaben 156 Millionen Euro in Ellesmere Port. Dort sollen 700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, bei Zulieferbetrieben zusätzliche 3000 neue Stellen. Der britische Regierungschef David Cameron freute sich über die "ausgezeichnete Nachricht".

    Einenkel kritisierte die Entscheidung Opels scharf. "Das ist keine wirtschaftliche, sondern eine ausschließlich politische Entscheidung", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Opel habe nur in England mit Gewerkschaften und der Regierung verhandelt - "hinter dem Rücken aller anderen Standorte". Die höchste Produktivität hätten Rüsselsheim und Bochum.

    Auch die IG Metall nannte die Entscheidung "falsch". Die Beschäftigten seien "verärgert und enttäuscht", erklärte der Leiter des Bezirks Frankfurt, Armin Schild. Rüsselsheim sei das modernste und produktivste Werk in ganz Europa. Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke bekräftigte, Rüsselsheim auch nach Auslauf der gegenwärtigen Modelle Insignia und des Astra "voll auszulasten".

    Das rückt Bochum ins Visier. Es wird spekuliert, das Werk müsse die Produktion des Familienautos Zafira an Rüsselsheim abgeben. Schild erklärte, die IG Metall werde über "Beiträge der Belegschaft zur Verlagerung des Zafira" weder verhandeln noch diesen zustimmen. Einenkel sagte, dies sei eine Diskussion "ohne Sinn und Verstand". Die Marke Opel würde dadurch "nachhaltig geschädigt".

    Im Werk Bochum findet am Montagmorgen eine Belegschaftsversammlung statt. Auch Opel-Chef Stracke soll kommen.

    Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall sind seit langem angeschlagen. Europaweit wurden in den vergangenen Jahren tausende Arbeitsplätze abgebaut. Dennoch machte der Autobauer im ersten Quartal 198 Millionen Euro Verlust. Der Mutterkonzern General Motors erwirtschaftet dagegen wieder Gewinne.

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