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    Neuer Wirbel um Wulff wegen Buchwerbung

    Berlin (dapd). Privatkredit, Luxusferien, Buchwerbung: Bundespräsident Christian Wulff droht wegen Kontakten zu vermögenden Unternehmern weiter Ärger. Am Dienstag wurde bekannt, dass der Unternehmer Carsten Maschmeyer Zeitungsanzeigen bezahlt hat, mit denen 2007 während des niedersächsischen Landtagswahlkampfs für das Buch "Besser die Wahrheit" des Ministerpräsidenten Wulff geworben wurde. Ob der Chef der Landesregierung private und Amtsinteressen verknüpft hat, versuchte der Ältestenrat des Landtags in Hannover zu klären.

    Die "Bild"-Zeitung berichtete, Maschmeyer habe die Rechnung für die Werbung zu dem Wulff-Buch in Höhe von 42.731,71 Euro aus seinem Privatvermögen beglichen. Das Interview-Buch, in dem Wulff sein privates und politisches Leben beschreibt, sei ein wichtiges Instrument des damaligen CDU-Landtagswahlkampfs gewesen. Die Partei habe einige tausend Exemplare gekauft und sie als Wahlwerbung verschenkt. Der Bundespräsident ließ über seinen Rechtsanwalt Gernot Lehr erklären, Wulff sei von den Zahlungen nichts bekannt gewesen.

    Die Grünen im Bundestag forderten Wulff auf, "klar Schiff zu machen", um Schaden von dem Amt des Staatsoberhaupts abzuwenden. "Jetzt geht es auch darum, das 'System Hannover' aufzuklären", sagte die Fraktionsvorsitzende Renate Künast. Wulff lasse derzeit zu, dass das Amt des Bundespräsidenten fast von einem Amigo-System wie einst in Bayern umgeben sei. Zur Buchwerbung sagte Künast: "Das riecht doch sehr nach einer trickreichen Umgehung des Parteispendenrechts."

    In Hannover wollte der Ältestenrat konkret prüfen, ob Wulff gegen das niedersächsische Ministergesetz verstoßen hat, als er 2008 ein Darlehen von 500.000 Euro von der Frau des mit ihm befreundeten Unternehmers Egon Geerkens annahm. Untersucht werden sollen auch seine Kontakte zu anderen Unternehmern, bei denen Wulff zwischen 2003 und 2010 sechs Urlaube in Spanien, Italien, Florida und auf Norderney verbrachte.

    Der niedersächsische SPD-Fraktionschef Stefan Schostok kritisierte die "äußerst ungute Informationspolitik" des Bundespräsidenten. Schostok sagte im RBB-Inforadio, "eklatante Widersprüche" gebe es bei Aussagen, warum Wulff Geerkens mehrfach mit auf Dienstreisen genommen habe.

    Nach Ansicht der niedersächsischen CDU ist der Ältestenrat allerdings der falsche Ort zur Prüfung der Vorwürfe gegen Wulff. In dieser Einschätzung sieht sich der Vorsitzende der niedersächsischen CDU-Landtagfraktion, Björn Thümler, durch den Gesetzgebungs- und Beratungsdienst des Landtages bestätigt. "Die Überprüfung eines Verstoßes gegen das niedersächsische Ministergesetz obliegt der Judikative, also dem Staatsgerichtshof", betonte Thümler.

    Niedersachsens FDP-Fraktionschef Christian Dürr nannte die Ältestenratssitzung eine "reine Showveranstaltung der Opposition". Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Stefan Wenzel, missbrauche das Gremium, "um das Amt des Bundespräsidenten im tagespolitischen Klein-Klein zu beschädigen", sagte Dürr. Nach der Sitzung werde Wenzel vor den Kameras bedauern, dass es keine neuen Erkenntnisse gegeben habe. "Dabei waren sie in diesem Gremium von vornherein nicht zu erwarten", sagte der FDP-Politiker.

    Trotz seines umstrittenen Privatkredits stehen zwei Drittel der Deutschen weiterhin hinter dem Bundespräsidenten. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap sprachen sich 70 Prozent der Bürger gegen einen Rücktritt des Bundespräsidenten aus, wie die ARD mitteilte. Nur 26 Prozent finden, Wulff sollte zurücktreten.

    dapd

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    7 Kommentare

    • Ernie  •  vor 5 Monaten
      Glaubwürdigkeit geht anders, Herr Wulff! Schon mal was von Anstand, Ehre, Aufrichtigkeit gehört? Wasser predigen und Champagner saufen. Gehen Sie einfach!
    • Hans  •  vor 5 Monaten
      Herr Wulff ist ein Aushängeschild der CDU/CSU.Was für andere Kandidaten haben sie noch?Wenn die Mitglieder in den gestandenen Parteien stark abnehmen,dann liegt es doch daran,dass man kein Vertrauen mehr hat in Personen wie Herrn Wulff,die ihr Amt ausüben,um Kontakt zum Geldadel zu pflegen,und der Geldadel ist nicht viel besser.Man kann nur fragen:Was machen diese Typen aus unserer Demokratie?
    • Peter  •  vor 5 Monaten
      Ihr Menschen aus der damaligen APO, wo seit Ihr geblieben?

      Wie lange müssen wir in Deutschland noch warten bis wieder Massen auf die Straßen gehen.

      Wann werden wieder diese Maschmayeiers in Deutschland " Gejagt "
    • zhong  •  vor 5 Monaten
      Traurig, das so ein Mensch das höchste Amt Deutschlands hat.
    • Erwin Lindemann  •  vor 5 Monaten
      "Besser die Wahrheit" heißt die Schwarte, die Wulff mit seinen Ergüssen gefüttert hatte. Maschmeyer nahm dieses Werk zum Anlass, dem Kandidaten mittels einer freudlichen Spende so richtig um die Ohren zu hauen. Er sponsorte die literarischen Ergüsse des Lügenpräsidenten.Er kannte ihn eben schon länger.
    • gerlinde  •  vor 5 Monaten
      Hallo zusammen !! Warum kümmert Ihr Euch um die oberen Zehntausend ???
      Haben wir kleines Volk nicht genug mit uns zu tun ??
      Wir haben in Deutschland die Finanzkrise , zig Tausende die regelmäßig zur Tafel gehen müssen um zu Überleben. Es gibt ja nicht nur die" Faulen Hartz4 Empfänger " sondern auch solche , die aus Gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. , die Weihnachten nicht wissen was Sie essen sollen , geschweige sich einen Baum leisten können , noch Geschenke für Ihre Kinder und Enkelkinder Kaufen können . Man sollte mal darüber nachdenken , was aus Deutschland geworden ist !!!
      Jeder , Wirklich jeder der Regierung hat Dreck am Stecken , nur das kümmert keinen. Wenn die sozial eingestellten Leute daoben denen nicht hart genug ist , muß man was finden um Ihn loszuwerden. War bisher immer so.
      Durchleuchtet doch mal Eure geliebte Bundeskanzlerin , aber das traut sich keiner , lieber DDR Methoden ertragen.
      • Essweh83 vor 5 Monaten
        Der Merkeline ihr Problem ist auf alle Fälle schonmal nicht das sich Durchschnorren bei reichen Freunden. Im Übrigen kenn ich zwar einige H4-Bezieher, aber keiner davon hat und hatte Probleme sich was zu essen zu kaufen, auch nicht zu Weihnachten.
      • Früchtchen vor 5 Monaten
        Wenn dumme Menschen nicht mehr weiter wissen, kommt immer die "Ossi-Kanzlerin" auf`s Tablett.
        Wie einfallslos.
        Wenn alle Politiker so korrupt wären, wie der BP.......der sich von seinen reichen Freunden "unterstützen" läßt, als ob er nicht selbst genug hätte, wäre der ethisch-moralische Anstand noch niedriger.
        Statt konstruktiver Kritik wird da nur oberflächlich gelabert.
        Zeugt auch nicht gerade von Intelligenz.
    • Doreén B  •  vor 5 Monaten
      Seltsam, seltsam!! Ich nenne es Systematische Demontage. Erst Köhler und nun Wulf. da sind doch bestimmt irgendwelche Leute die, diese Regierung mit all ihnen Zuverfügung stehenden Mitteln demontieren will, um selber die Macht zu übernehmen. Was ist hierbei verwerflicher? Arme Demokratie die dazu missbraucht wird. Und nutzen wir nicht alle Beziehungen, um etzwas zuerreichen und sei es nur zum Leben? Wer in einem Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen. Punkt!!!
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