Zehn Jahre nach Beginn der deutschen Beteiligung am Militäreinsatz in Afghanistan hat Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) der afghanischen Regierung ein positives Zwischenzeugnis bei der Bekämpfung der Korruption ausgestellt. Die Regierung von Präsident Hamid Karsai sei in dieser Hinsicht "auf einem besseren Weg als erwartet", sagte Niebel der "Leipziger Volkszeitung".
Diese Fortschritte seien auch auf die veränderte Freigabe von deutschen Fördermitteln für Afghanistan zurückzuführen. "Ausgezahlt wird erst, wenn vereinbarte Ziele bei den afghanischen Stellen erreicht sind", sagte Niebel. Auch 2013 stünden bis zu 430 Millionen Euro für den zivilen Wiederaufbau bereit, davon bis zu 250 Millionen Euro aus dem Etat des Entwicklungsministeriums. Voraussetzung sei aber eine weitere Verbesserung der afghanischen Regierungsführung, insbesondere bei der Korruptionsbekämpfung.
Niebel erklärte zudem, er wünsche sich, dass deutsche Unternehmen mehr Engagement am Hindukusch zeigten, sofern es die Sicherheitslage zulasse. Die deutschen Unternehmen müssten sich auch aus eigenen wirtschaftlichen Interessen heraus viel stärker in der Region engagieren. "Es gibt in Afghanistan enorme Chancen auf einem regional sehr großen Markt. Bei der Entwicklungszusammenarbeit sollte der Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit noch deutlicher heraus gestellt werden."
Frankreichs Verteidigungsminister Gérard Longuet traf unterdessen zu einem Kurzbesuch in Afghanistan ein. Der Politiker landete am Morgen in Kabul und will zwei Tage im Land bleiben, wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete. Noch am Samstag standen demnach ein Treffen mit Präsident Hamid Karsai und Gespräche mit dem afghanischen Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak an. Auch ein kurzes Treffen mit dem US-General und ISAF-Kommandeur John Allen war geplant.
Longuet will am Hindukusch vor allem aber die französischen Truppen besuchen. Erst vor wenigen Tagen waren zwei französische Soldaten in der östlichen Provinz Kapisa von einem Mann in einer afghanischen Uniform erschossen worden. Frankreich ist derzeit mit rund 3600 Soldaten in Afghanistan vertreten. Seit Beginn des Einsatzes im Jahr 2001 starben am Hindukusch 78 französische Soldaten.


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