Berlin (dapd). Nur bei Nutzung "aller irgend möglichen Restkapazitäten" an den Berliner Airports Tegel und Schönefeld werden Lufthansa (Xetra: 823212 - Nachrichten) und Air Berlin (Hannover: AB1000 - Nachrichten) ihre Expansionspläne ab 3. Juni auch ohne den neuen Hauptstadtflughafen umsetzen können. Das erklärte die Flughafenkoordination der Bundesrepublik in Frankfurt am Main auf dapd-Anfrage.
"Derzeit gibt es keine Erkenntnisse, dass der für BER geplante Flugplan von den 'alten' Flughäfen unter Nutzung aller irgend möglichen Restkapazitäten nicht abgewickelt werden kann", hieß es wörtlich. Die beiden Fluggesellschaften sind nach eigenen Aussagen entschlossen, ihre deutlich erweiterten Flugpläne ungeachtet der verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens "Willy Brandt" (BER) von Tegel aus umzusetzen. Dieser Airport gilt jetzt bereits als überlastet, hauptsächlich jedoch wegen der eingeschränkten Kapazität am Boden. Das Terminal ist klein, und es gibt zu wenige Abstellmöglichkeiten für Flugzeuge, die beispielsweise über Nacht in Berlin bleiben sollen.
"Welche Airlines welche Slots und an welchem Flughafen bekommen, wird bekanntgegeben, wenn der Planungsprozess abgeschlossen ist", erklärte der Flughafenkoordinator weiter. Bis Dienstag (22. Mai) haben die Fluggesellschaften Zeit, ihre Anträge dort einzureichen. Am 24. Mai sollen die Slots dann feststehen.
Bis zu 80 Flüge pro Stunde
Luftseitig ist die Kapazität der beiden "alten" Flughäfen zusammengenommen nur unwesentlich geringer als die des neuen. Die Tabelle der Frankfurter Behörde nennt als Eckdaten für 60 Minuten gemischten (also An- und Abflug-) Betrieb für BER 73 bis 80 Flüge, für Schönefeld 26 und für Tegel 52, zusammen also 78.
Die Summierung hilft aber besonders Air Berlin wenig, da sie den neuen Flughafen als Drehkreuz installieren wollte und daher auf kurze Wege für Umsteiger angewiesen ist. Selbst wenn sie das ausschließlich in Tegel umsetzen kann, wird es eine große logistische Herausforderung, die Flugzeuge so aufzustellen, dass Passagiere hinreichend zuverlässig umsteigen können beziehungsweise das Gepäck zeitgerecht umgeladen werden kann. Es geht um insgesamt bis zu zwei Millionen Buchungen, die bereits unter der Voraussetzung angenommen worden waren, dass der Hauptstadtflughafen am 3. Juni in Betrieb geht.
Berlins Regierender Bürgermeister und Flughafen-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit hatte wegen Sicherheitsbedenken am 8. Mai den Eröffnungszeitpunkt 3. Juni gekippt und am Donnerstag den 17. März 2013 als neuen Termin genannt. Damit müssen die beiden alten Flughäfen noch mindestens bis zu diesem Termin offen gehalten werden.
dapd


