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    Obama und Romney kämpfen vor Wahl mit harten Bandagen

    Verbesserte Wirtschaftsdaten kommen Präsident entgegen

    Weniger als zwei Wochen vor der Wahl kämpfen US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney mit harten Bandagen. Obama soll den Republikaner als "Dummschwätzer" bezeichnet haben, ein ranghoher Unterstützer Romneys machte derweil einen umstrittenen Kommentar zur Hautfarbe des Präsidenten. Positive Nachrichten erreichten Obama von der Wirtschaft: Die US-Konjunktur zog im dritten Quartal an.

    Wie das Magazin "Rolling Stone" berichtet, fiel die "Dummschwätzer"-Aussage am Rande eines Interviews. Ein Journalist der Zeitschrift sprach Obama demnach auf dessen Beliebtheit bei Kindern verglichen mit Romney an. Der Präsident habe geantwortet, Kinder hätten einen "guten Instinkt": "Sie sehen sich den anderen Typen an und sagen: 'Das ist ein Dummschwätzer, das sehe ich.'"

    Der Kommunikationschef von Obamas Wahlkampfteam, Dan Pfeiffer, dementierte die Aussage nicht. Er bat jedoch, sich von den Äußerungen des Präsidenten nicht "ablenken" zu lassen. Romneys Sprecher Kevin Madden sagte, die Wortwahl zeige, wie sehr sich der Präsident mittlerweile in der Defensive befinde. "Er ist im Leerlauf und hat nichts übrig außer Attacken und Beleidigungen", sagte Madden.

    Allerdings nahmen auch Vertreter des republikanischen Lagers nicht immer ein Blatt vor den Mund. Nachdem sich der ehemalige Außenminister der Regierung von George W. Bush, Colin Powell, für Obama ausgesprochen hatte, meldete sich Romney-Berater John Sununu auf dem Nachrichtensender CNN zu Wort. Powells Unterstützung für den afroamerikanischen Präsidenten liege zumindest teilweise darin begründet, dass beide die gleiche Hautfarbe hätten, sagte er.

    Nach den drei Fernsehduellen im Oktober liefern sich Obama und Romney in Umfragen derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In der Aufstellung landesweiter Erhebungen der Webseite realclearpolitics.com liegt der Republikaner im Schnitt hauchdünn vor dem Präsidenten, der im September noch einen klaren Vorsprung hatte. Die Wahl findet am 6. November statt.

    Beide Kandidaten traten im besonders umkämpften Bundesstaat Ohio auf. Zum Abschluss eines 40-stündigen Wahlkampf-Marathons durch acht Bundesstaaten pries Obama seinen Einsatz für die verarbeitende Industrie in den USA im Zeitalter der Globalisierung. "Ich habe mich geweigert, die Jobs aufzugeben. Ich setze auf amerikanische Arbeiter", sagte er. Zuvor hatte der Präsident in seiner Heimatstadt Chicago im Bundestaat Illinois vorzeitig seine Stimme für die Präsidentschaftswahl abgegeben.

    Romney warf Obama dagegen in seiner Wahlkampfrede in Ohio vor, keine neuen Ideen zu haben. "Das ist eine Zeit großer Herausforderungen", sagte der Republikaner in der Kleinstadt Defiance. "Wir werden einen Präsidenten wählen, der willens ist, große Veränderungen vorzunehmen. Ich werde das tun."

    Zentrales Wahlkampfthema sind die hohe Arbeitslosigkeit und die schwache Erholung der Konjunktur nach der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die jüngsten Zahlen, die das Handelsministerium in Washington vorlegte, verschafften Obama etwas Luft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg demnach im dritten Quartal des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent. Die Zahl lag leicht über den Schätzungen der Experten, die ein Plus von 1,9 Prozent erwartet hatten. Im zweiten Quartal hatte die größte Volkswirtschaft der Welt ein Wachstum von 1,3 Prozent verzeichnet.

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