New York (dapd). Ungeachtet des Kopf-an-Kopf-Rennens mit seinem republikanischen Herausforderer hat US-Präsident Barack Obama am Mittwoch den dritten Tag in Folge seine Rolle als Amtsinhaber betont und auf Wahlkampftermine in den sogenannten "battleground states" verzichtet. Stattdessen besuchte er Opfer des Supersturms "Sandy" in New Jersey. Ein Staat, den Obama sicher ist zu gewinnen. Ein Schritt, der seinen Herausforderer Mitt Romney zu bedachten Entscheidungen zwingt. Denn während der Republikaner zugleich Respekt angesichts Dutzender Toter zeigen muss, kann er es sich nicht leisten, wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl Zeit zu verschwenden.
Gleich drei Veranstaltungen standen daher am Mittwoch für ihn in Florida auf dem Programm. Da der Staat von Wirbelsturm "Sandy" weitgehend verschont blieb, rechnete sich Romney hier gute Chancen aus, nicht als herzlos zu gelten. Bereits am Dienstag hatte er kurzerhand einen Termin in Ohio zu einer Veranstaltung zugunsten von "Sandy"-Opfern umdeklariert.
Das Obama-Team kündigte derweil an, der Präsident werde seine Wahlkampftour am (morgigen) Donnerstag nach dreitägiger Pause wieder aufnehmen und dabei in Nevada, Colorado und Wisconsin Station machen.
Nach Ansicht des US-Investors und Milliardärs George Soros könnte "Sandy" Auswirkungen auf den Präsidentschaftswahlkampf haben. Sollten viele Wähler am 6. November deswegen zuhause bleiben, wäre das schlecht für Amtsinhaber Obama, sagte Soros im ZDF-"Morgenmagazin". Gelinge es Obama jedoch, sich als Staatsmann in der Krise zu beweisen, könne er sogar in der Wählergunst profitieren.
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