Der Oberste Gerichtshof der USA hat lebenslange Haftstrafen für Minderjährige ohne Chance auf Bewährung für verfassungswidrig erklärt. Mit fünf zu vier Stimmen gaben die Obersten Richter am Montag zwei verurteilten Mördern aus den Bundesstaaten Alabama und Arkansas Recht, die ihre Taten als Jugendliche begangen und dafür lebenslänglich bekommen hatten. Der Supreme Court sah darin einen Verstoß gegen das in der Verfassung verankerte Verbot von "grausamer und ungewöhnlicher Bestrafung".
Sowohl Arkansas als auch Alabama haben als Mindeststrafe für Mord lebenslänglich ohne Chance auf Bewährung eingeführt. Der Supreme Court entschied nun, dass die Gerichte die Möglichkeit haben müssten, mildernde Umstände zu prüfen, ehe sie die schwerstmögliche Strafe gegen Minderjährige verhängen. In den USA sitzen derzeit rund 2500 Straftäter bis an ihr Lebensende hinter Gittern für Verbrechen, die sie als Jugendliche begangen haben.
Die Obersten Richter schoben extrem harten Strafen gegen Jugendliche in der Vergangenheit immer wieder einen Riegel vor. Vor zwei Jahren hatten sie bereits lebenslange Haftstrafen für Minderjährige mit Ausnahme von Mordfällen für verfassungswidrig erklärt. 2005 urteilte der Supreme Court, dass Minderjährige nicht zum Tod verurteilt werden dürfen.

