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    Offenbar Kontakte zwischen Kabul, USA und Taliban

    Karsai: Taliban an Beilegung von Konflikt interessiert

    Nach Angaben des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai gibt es Kontakte zwischen den Regierungen der USA und Afghanistans sowie den Taliban. Die meisten Taliban seien "garantiert" an einer friedlichen Beilegung des Konflikts in Afghanistan interessiert, sagte Karsai dem "Wall Street Journal". Ein Sprecher der Radikalislamisten dementierte dagegen Kontakte mit der "Marionetten"-Regierung in Kabul.

    Es habe zwischen den drei Parteien "Kontakte" gegeben, bestätigte Karsai in dem Interview. Er wolle jedoch keine Einzelheiten nennen, um den Fortgang der Gespräche nicht zu gefährden. Es sei aber klar, dass die Menschen in Afghanistan einschließlich der Taliban Frieden wollten. Kabul fürchtet, durch separate Kontakte Washingtons zu den Taliban in den Hintergrund gedrängt zu werden. Daher hatte Karsai der Einrichtung einer Taliban-Vertretung in Katar, wo der US-Beauftragte für Afghanistan, Marc Grossman, Ende Januar mit Taliban-Vertretern sprach, nur widerstrebend zugestimmt.

    Ein Sprecher der Taliban erklärte auf einer Webseite der Radikalislamisten, es gebe keine Gespräche mit der "Marionetten"-Regierung in Kabul. Auch sei noch nicht darüber entschieden worden, ob welche stattfänden. Sollte jemand im Namen der Taliban mit der Regierung Karsai gesprochen haben, handele es sich um einen "Betrüger". Bereits 2010 soll sich ein Mann als hochrangiger Taliban-Vertreter ausgegeben und gegen Bezahlung mit afghanischen und NATO-Vertretern Gespräche geführt haben.

    Seit ihrem Sturz Ende 2001 kämpfen die Taliban gegen die afghanische Regierung und die ausländischen Truppen im Land. Karsai versuchte seit Jahren vergeblich, sie an den Verhandlungstisch zu bekommen. Der von Karsai mit den Friedensgesprächen betraute Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani war Ende September 2011 von einem Selbstmordattentäter getötet worden. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

    Am Donnerstagnachmittag traf Karsai in Islamabad ein, wo am Freitag ein Gipfel mit den Staatschefs Pakistans und des Iran, Asif Ali Zardari und Mahmud Ahmadinedschad, stattfinden soll. Dabei soll es nach pakistanischen Angaben neben Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit hauptsächlich um den "Kampf gegen den Terrorismus" und den afghanischen Friedensprozess gehen.

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